Bildungs-Thread |
04.01.2009 17:46
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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Bildungs-Thread
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auf Dauer sind eine Lehrerhasser- oder der Fernseh- oder der Finanzkrisenthread vielleicht doch ungeeignet, für die immer wieder aufkommenden Diskussionen.
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Das Thema Studiengebuehren ist eines der Anreizkompatibilitaet. Warum kostet ein eigentlich zur Grundversorgung gehoerender Kindergartenplatz Geld (wenn er ueberhaupt vorhanden ist), ein Hochschulstudium soll aber kostenfrei sein? Umgekehrt macht es mehr Sinn, weil ein junger Erwachsener in der Lage sein sollte, oekonomisch zu entscheiden und die zusaetzlichen Kosten eines Hochschulstudiums gegen seine damit verbundenen besseren Berufschancen zu verrechnen. |
bei der Abwägung Studiengebühr gegen Kitagebühr ist tatsächlich der kostenfreie Zugang zur frühkindlichen Bildung der bessere. Allerdings sind Kitagebühren sozial stark gestaffelt (i.d.R.), für die wirklich Benachteiligten geh vorrangigt es um den Zugang zu frühkindlicher Bildung auf hohem Niveau!
Außerdem ist die Frage eines entweder-oder sinnlos; wir fragebn auch nicht, ob der Staat entweder eine Polizei aufstellen oder Straßen bauen soll.
Auch wären selbst bei jetzt kostenlosem Zugang zu guten Kita-Plätzen die jetzt Studierenden aus sozial benachteiligten Schichten davon unbeeinflusst.
Generell kann man natürlich sagen, dass Hochschulbildung die privaten Einkommensaussichten erhöht. Allerdings darf die gesellschaftliche Komponente eines Studiums der wirklich Begabteren nicht vernachlässigt werden! Wenn Studiengebühren so gestaltet sind, dass sie Begabtere aus unteren Schichten abhalten und dafür Unbegabtere (mit viel Geld kann man diverse Studien auch mit erheblich dürftigeren Anlagen abolvieren) an wichtigen Stellen sitzen bzw. volkswirtschaftlich sinnvolle Stellen gar nicht besetzt/geschaffen werden können, sind sie gesamtwirtschaftlich schädlich.
Das Hamburger Modell ist meiner Erinnerung nach ganz gut; nimmt man noch den abschreckenden Namen und führt eine generelle Umlae für gutbezahlt arbeitende Akademiker ein, sollte auch keine psychologische Abschreckungswirkung mehr da sein.
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04.01.2009 20:18
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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| Zitat: |
Original von Offi
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Umgekehrt macht es mehr Sinn, weil ein junger Erwachsener in der Lage sein sollte, oekonomisch zu entscheiden und die zusaetzlichen Kosten eines Hochschulstudiums gegen seine damit verbundenen besseren Berufschancen zu verrechnen. |
Puh, da machst du es dir aber einfach. Ich "darf" (sehr gnädig...) meine Studiengebühren zwar nach dem Studium bezahlen, was aber das Leben als Student nicht einfacher macht. Dank Umstellung auf Bachelor/Master bleibt nichtmal wirklich Zeit zum Arbeiten, jedenfalls, wenn man sein Studium nicht vernachlässigen will. Wenn man trotzdem arbeiten geht, kommt man schnell auf einen 12 Stunden Tag, und das ist noch optimistisch. Das Studium ist als 50 Stunden-Woche angelegt, inklusive Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen/Seminare/Tutorien. Da bringt auch das bisschen Bafög nichts. Und Stipendiensysteme wie in den USA wirst du hier niemals etablieren können. Und auch dort profitieren vor allem die, die es gar nicht nötig haben.
Volkswirtschaftlich sinnvoll ist eine komplett finanzierte Ausbildung vom Kindergarten bis zur Uni. Von den dann ausgezeichnet ausgebildeten Arbeitskräften, und für einen rohstoffarmen Staat wie Deutschland sind gutausgebildete und kompetente Fachkräfte sehr wichtig, profitiert der Staat. Aber wichtiger ist heutzutage ja der kurzfristige Gewinn und dass die Aktionäre glücklich sind. Happiness-Faktor und so. |
In dieser Logik muessten auch Ausbildungsgaenge komplett vom Staat finanziert werden.
Meine Meinung: Der Staat sollte die Grundversorgung finanzieren, diese allerdings komplett. Zur Grundversorgung gehoeren:
Kita (wo gebraucht)
Kindergarten ganztags
Grundschule ganztags (inkl. Sport, Musik, Kunst)
Weiterfuehrende Schule bis einschliesslich Klasse 10 ganztags
Alles weitere ist freie Entscheidung, entsprechend muss es anreizkompatibel sein. Das bedeutet, Schulgebuehren fuer die Klassen 11 und 12 (Bafoeg moeglich) sowie angemessene Studiengebuehren (Bafoeg moeglich). Der Staat erhoeht deutlich sein Budget fuer Bafoeg-Foerderung.
Das ist kein Programm, das man in 3 Jahren umsetzen kann, das braeuchte vermutlich eher 15 bis 20 Jahre. Deshalb sind seine Umsetungschancen gering. Man sieht ja schon, wieviele Schwierigkeiten Landesregierungen haben, Studiengebuehren einzufuehren, den Unis mehr Autonomie zu geben und parallel noch sein Schulsystem zu reformieren.
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2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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04.01.2009 20:37
Barus
Trekkie

Dabei seit: 02.05.2007
Herkunft: Leipzsch Fan von: Fettnäpfchen
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Was ist denn 'Bildungsmobilität'?
Sowas wie: ich bin Student, ziehe durch die Lande und reiße hier & da mal ein Semester ab? Das geht doch trotz Harmonisierung schief...
Ich wäre ja für ordentliche Prüfungsgebühren für alle Prüfungen die nicht mehr in die Regelzeit fallen.
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04.01.2009 21:02
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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| Zitat: |
Original von Barus
Was ist denn 'Bildungsmobilität'?
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Stimmt. Der Begriff wird verschieden verwendet.
Hier meinte ich: wie wichtig z.B. Bildung der Eltern ist, um Zugang zu guter Ausbildung zu bekommen.
| Zitat: |
| Die Bildungsmobilität ist eine spezielle, aber wichtige Facette im Bereich der Bildung. Sie widerspiegelt ungleiche Bildungschancen und damit auch sozioökonomische Ungleichgewichte. Die Bildungsmobilität wird hier durch einen Vergleich des Bildungsniveaus des Sohnes oder der Tochter (befragte Person) mit jenem des Vaters oder der Mutter gemessen. Welches ist das Ausmass der Bildungsmobilität? Ist sie eher auf- oder absteigend? Sind bedeutsame Unterschiede je nach Geschlechts- oder Staatszugehörigkeit zu beobachten? Wie stark hängt das Bildungsniveau der Einzelnen mit jenem ihrer Eltern zusammen? Wie steht es um die schulische Chancengleichheit |
Das gleiche gibt es als Einkommensmobiliät. Man kann es auch Aufstiegschancen (oder Abstiegschancen) nennen. Relativ niedrige Einkommensmobilität gibt es z.B. im "Tellerwäschenkarriereland" USA, ein relativ hohe in Dänemark. Das hängt auch stark mit der Bildungsmobilität zusammen.
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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04.01.2009 21:14
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Meine Meinung: Der Staat sollte die Grundversorgung finanzieren, diese allerdings komplett. Zur Grundversorgung gehoeren:
Kita (wo gebraucht)
Kindergarten ganztags
Grundschule ganztags (inkl. Sport, Musik, Kunst)
Weiterfuehrende Schule bis einschliesslich Klasse 10 ganztags
Alles weitere ist freie Entscheidung, entsprechend muss es anreizkompatibel sein. Das bedeutet, Schulgebuehren fuer die Klassen 11 und 12 (Bafoeg moeglich) sowie angemessene Studiengebuehren (Bafoeg moeglich). Der Staat erhoeht deutlich sein Budget fuer Bafoeg-Foerderung.
Das ist kein Programm, das man in 3 Jahren umsetzen kann, das braeuchte vermutlich eher 15 bis 20 Jahre. Deshalb sind seine Umsetungschancen gering. Man sieht ja schon, wieviele Schwierigkeiten Landesregierungen haben, Studiengebuehren einzufuehren, den Unis mehr Autonomie zu geben und parallel noch sein Schulsystem zu reformieren. |
das Abitur mit Schulgebühren zu belegen, ist schon eine schräge Idee; da sich selbst im löchrigsten Sommer kein Hinterbänkler mit dieser Forderung finden wird, kann man es wohl vernachlässigen.
Neben der Grundversorgungsfinanzierung muss der Staat selbstverständlich auch die volkswirtschaftliche Gewünschtheit beachten. Es ist anzunehmen, dass in der von dir beschriebenen Welt die soziale AUslese nicht so stark wie derzeit ist und Begabung eine wichtigere Rolle spielt; wir Leben jedoch in einer Welt, in der Akademikerkinder bei gleicher Begabung eine vierfach höhere Zahl an Gymnsiumsempfehlungen ggü. Arbeiterkindern kriegen, also brauchts sicher keinerlei Maßnahmen, die diesen Trend imStudium verstärken.
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04.01.2009 21:20
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| Zitat: |
Original von blaireau
Wird bei den Gebühren nach Ausbildungsgang differenziert? Sind die Gebühren für angehende Philosophen niedriger als für angehende Ärzte? Die Kosten, die diese Studiengänge verursachen, die liegen um Faktoren auseinander. |
und die erzielbaren Einkommen auch.
Deshalb ist ein Modell, das im späterenBerufsleben ab einem hohen Einkommen einen Prozentsatz in einen allgemeinen Topf abführt, deutlich individuellen Lösungen vorzuziehen.
Noch den Namen ändern, und gut ist es.
Mit der Bildungsmobilität hast du recht; da muss man aber auch sagen, dass MMs Maßnahmen bis Klasse 10 durchaus positiv wirken sollten.
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04.01.2009 23:00
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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| Zitat: |
Original von teufelsberg
Neben der Grundversorgungsfinanzierung muss der Staat selbstverständlich auch die volkswirtschaftliche Gewünschtheit beachten. Es ist anzunehmen, dass in der von dir beschriebenen Welt die soziale AUslese nicht so stark wie derzeit ist und Begabung eine wichtigere Rolle spielt; wir Leben jedoch in einer Welt, in der Akademikerkinder bei gleicher Begabung eine vierfach höhere Zahl an Gymnsiumsempfehlungen ggü. Arbeiterkindern kriegen, also brauchts sicher keinerlei Maßnahmen, die diesen Trend imStudium verstärken. |
1. Es ist allgemeiner Kenntnisstand, daß es Defizite in der Grundschulpädagogenausbildung gibt, auch und gerade bei der Gymnasialempfehlung.
2. Der Staat kann der sogenannten Auslese durch das Instrument Bafög entgegen steuern, viel mehr, als er das momentan tut.
Das momentane System verstärkt den von Blaireau genannten Immobilitätstrend eher. Akademikerkinder werden, wenn es sich die Eltern leisten können und die Kinder nicht komplett ungeeignet oder unlustig sind, immer studieren. Selbstverständlich schickt man sein Kind in den Privatkindergarten, die Privatgrundschule, das Privatgymnasium, danach ans' MIT oder nach St. Gallen, während es der gleichtalentierte und gleichalte "Unterschichtler" nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% auf ein vermutlich tendenziell verrottetes Gynasium mit unmotivierten Lehrkörper schafft, danach in überfüllten Hörsälen einer guten deutschen Uni sitzt, Praktika mit veraltetem Gerät absolviert, viel länger studiert, endlich einen neuen Job bekommt und dort auf seinen Vorgesetzten trifft: Den kleinen Bruder des Privilegiertenkindes, der dank kürzerer Studienzeit und Prädikatsabschluss auf einer internationalen Top-Uni entsprechend bessere Einstiegs- und Aufstiegschancen hat.
Wollt Ihr das?
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2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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04.01.2009 23:27
arno¹
Edelhelfer

Dabei seit: 11.11.2007
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Das Menschheits-Problem "Elite durch Herkunft" wird kaum durch Änderungen am Bildungssystem gelöst werden können.
Wenn überhaupt, dann durch andere Inhalte in der Grundbildung ... 
- Stichworte: z.B. moderner Humanismus, Informationszeitalter, Ressourcenverknappung.
__________________ Album Niederrheinhöhencross
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05.01.2009 21:30
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Das momentane System verstärkt den von Blaireau genannten Immobilitätstrend eher. Akademikerkinder werden, wenn es sich die Eltern leisten können und die Kinder nicht komplett ungeeignet oder unlustig sind, immer studieren. Selbstverständlich schickt man sein Kind in den Privatkindergarten, die Privatgrundschule, das Privatgymnasium, danach ans' MIT oder nach St. Gallen, während es der gleichtalentierte und gleichalte "Unterschichtler" nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% auf ein vermutlich tendenziell verrottetes Gynasium mit unmotivierten Lehrkörper schafft, danach in überfüllten Hörsälen einer guten deutschen Uni sitzt, Praktika mit veraltetem Gerät absolviert, viel länger studiert, endlich einen neuen Job bekommt und dort auf seinen Vorgesetzten trifft: Den kleinen Bruder des Privilegiertenkindes, der dank kürzerer Studienzeit und Prädikatsabschluss auf einer internationalen Top-Uni entsprechend bessere Einstiegs- und Aufstiegschancen hat.
Wollt Ihr das? |
was ist denn das "momentane System", und wer sagt, dass es gut ist?
in einem guten Bildungssystem ist es undenkbar, dass gleichbegabte derart unterschiedliche Bildungskarrieren vor sich haben wie bei uns derzeit.
Und das die Ausstattung deutscher Unis ausschließlich an den Studiengebühren (oder gar Kita-Beiträgen) hängt, ist noch nicht ganz stichhaltig bewiesen.
übrigens schafft ein 100er IQ selbst mit chinesischsprachiger Nanny und pausenloser Beethovenbeschallung kein Prädikatsexamen einer Top-Uni, sondern lässt sich mit Mühe und viel Kohle zum Juristen pauken oder wurschtelt sich durch ein BWL-Studium.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von teufelsberg: 05.01.2009 21:32.
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24.02.2009 15:43
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| "Top-Leute in die Schule"
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sagt Frau Schavan der Bild.
Mal von Assoziationen aus Wendetagen bei diesem Spruch abgesehen: ein Problem der Lehrer ausbildung war (es gibt Verbesserungsansätze). dass sich die lieben Staatsexaministen bis zum Referandariat nicht als Lehrer, sondern eher fachspezifisch definierten.
Bis dann das böse Erwachen kam.
Und jetzt sollen es die didaktisch völlig unbeleckten richten?
Natürlich gibt es sinnvolle Formen der Kooperation, gerade wenn man mal "trockenes" Wissen praktisch umgesetzt lehren kann (wobei es natürlich darum gehen muss, dass dies die Lehrer können).
Dass die Bildzeitung dies mit der Studie über Lehrer mit schlechten Abiturnoten verknüpfen kann, ist natürlich ein handwerklicher Fehler ersten Ranges und lenkt die Diskussion gleich auf die schiefe Bahn.
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24.02.2009 18:00
discman
Co-Kapitän
Dabei seit: 19.02.2006
Fan von: David Millar, Nicolas Roche, Philippe Gilbert, Paul Kimmage
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| RE: "Top-Leute in die Schule"
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| Zitat: |
Original von teufelsberg
Dass die Bildzeitung dies mit der Studie über Lehrer mit schlechten Abiturnoten verknüpfen kann, ist natürlich ein handwerklicher Fehler ersten Ranges und lenkt die Diskussion gleich auf die schiefe Bahn. |
Stimmt. Kein Grund sondern eher eine Folge. Aber über die Kompetenz der Bild brauchen wir ja nicht zu diskutieren...
__________________ "Gesegnet seien die, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!"
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24.03.2010 00:43
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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Phoenix mit zwei guten Beiträgen.
Erst der Stress von Viertklässlern und ihren Familien in Bayern, doch die "richtige" Schule zu erreichen, mit massivem Druck.
Da wird Lernen von kleinauf als extrem negativ erfahren.
Und manche Lehrerin entblödet sich nicht zu sagen: "Sie hätte es ja verdient, das Gymnasium, aber der halbe Punkt war einfach nicht zu finden in der Probe, ich habe extra noch mal eine Kollegin nachschauen lassen."
Mit einem minimalem Abstand wird jedem díe grenzenlose Dummheit dieser Argumentation und selbstverständlich auch der dahinter liegenden Grundansicht klar werden.
Danach ein Bericht über eine Gemeinschaftsschule mit reformpädagigischem Ansatz im Prenzauer Berg. Klassenstufen 1-3 und 4-6, kein Sitzenbleiben, differenzierte Beurteilung statt Benotung, selbständiges Erarbeiten von Lerninhalten.
Motivation statt Frustration.
Natürlich muss man das Gymnasium erstmal bestehen lassen, siehe Hamburg.
Langfristig wird man sehen, dass das bessere Konzept für viele Kinder nicht eine "Elite-Paukschule" ist; und wenn die Gymnasien auch besser werden, um so besser.
Immer wieder "schön" das Argument, man solle doch nicht über Strukturen reden, mein lieber Schawan.
Damit wurden etliche Jahre verschenkt.
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24.03.2010 09:36
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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Nur mal so zur Information: Es gibt 11 Gemeinschaftsschulen in Berlin, seit zwei Jahren.
Das kann sich also nicht in irgendwelchen Bundesland-Vergleichen niederschlagen.
Der in dem Film dargestellte Druck auf die Viertklässler und in ihren Familien dürfte jedenfalls keine Erfindung sein.
Da merkt man schon bei der sechsjährigen Grundschulzeit eine gewisse Entzerrung, die Abschaffung der Hauptschulevermindert auch den Auslese-Druck nach unten.
Möglich, dass dadurch noch mehr auf die Gymnasien wollen; deshalb ist es ja unbedingt sinnvoll, dass die anderen Schulen attraktiver werden.
| Zitat: |
| Berlin ist ja nun nicht gerade weltberühmt für sein herausragendes Bildungswesen. I.ü. beinhalten "selbstständiges Erarbeiten von Lerninhalten" und "Motivation" immer noch eine gehörige Portion persönliche Einstellung. Und das ist i.d.R. bundeslandunabhängig |
Es gibt dafür Parameter, die keineswegs in den Bundesländern gleichverteilt sind. In Großstädten, vor allem in Großstädten mit grooßen wirtschaftlichen Problemen, gibt es nunmal ganz andere Voraussetzungen als in einer ländlichen Region mit 3,5 % Arbeitslosigkeit.
Meine Aussage war ja: gerade die Schule mit ihrer frühen Auslese führt zu Druck und Demotivierung von Schülern. Wer sich mal damit Beschäftigt weiß, welche Auswirkungen das auf die Leistungen hat.
Natürlich wird der 15-jährige "Scheißebauer" nicht von selbst eine Lernmotivation entwickeln, da braucht es andere Konzepte.
Aber selbstverständlich bleibt die Lernmotivation, die als Neugier bei nahezu jedem kleinen Kind hochgradig vorhanden ist, besser erhalten, wenn ich nicht von klein auf vermittelt kriege, dass die Schule ein Kampf ist, bzw. wie Scheiße ich bin (schlechte Noten, Schwierigkeiten im Unterrricht wegen mangelhafter Sprachkenntnis, frühes Abschieben auf Restschulen).
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25.03.2010 14:28
atreiju
Zeitfahr-Weltmeister
Dabei seit: 11.07.2002
Herkunft: Großraum Rhein-Main-Neckar Fan von: kann man noch Fan von sein ???
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Ich fürchte nur, bei 80% derjenigen, die schlechte Noten haben, ist die Motivation schon vorher verloren gegangen oder ist unabhängig von der Schulform.
Mich würde ja mal interessieren, wieviele aus dieser Gemeinschaftsschule später beruflich erfolgreich sind, wieviele aus problemfamilien kommen etc.
Ich brauch da nur auf mich selbst zu schauen, ich glaube, wenn mir früher Lehrer erlaubt hätten, nur das zu lernen, wozu ich Lust gehabt hätte, dann hätte ich gar nichts gelernt, sondern nur Tennis, Fussi und anderes gespielt...und mir ist lernen immer leicht gefallen.
__________________ Aus rechtlichen Gründen stelle ich hiermit klar:
Meine Beiträge sind grundsätzlich meine persönliche Meinung und spiegeln nur meine persönliche Einschätzung und Überzeugung wider.
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