hundert Amateure aus Frankreich, hundert Amateure aus Belgien, eben so viele aus Holland, einige Luxemburger Amateure, dazu ein paar Profies, garniert mit Hobbyfahrern und fahre kreuz und quer durch Luxemburg.
Das ist "der Charly-Gaul" ein Jedermannrennen, das in unserer Region einzigartig ist. Das Profil ist hammerhart, das Tempo ebenso und die Strecke mit 160 km ist auch dazu noch recht lange.
Beim Start waren es 15 Grad mit stürmischem Wind aus Südwest.
Das bedeutete zunächst Halbwegs Rückenwind.
Los gings um 9:00 Uhr mit dem Start der 160km Runde, um 10:45 gings auf die 90 km Strecke.
Ich nahm die grosse Schleife unter die Räder, da kann ich wenigstens meine gute Ausdauer ausspielen.
Die 317 Starter passierten schnell die Startlinie und das Spitzenfeld mit zunächst ca. 150 Fahrern blieb bis zum ersten Anstieg zusammen. Der Schnitt bis dahin lag bei über 40km/h.
Am ersten Anstieg, kurz und knackig, zeigten aber die "Profies, wo der Hammer hing. Immerhin konnte ich mich in der dritten Gruppe halten.
Dann gings bergab und flach bis zur nächsten Steigung. 8km lang, davon ca. 3km Kopfsteinpflaster mit 8-10% dann wieder flacher.
Hier lief es noch hervorragend.
Kurz darauf fing es dann jedoch an deftigst zu schütten. Ein Wetter, mit dem ich gar nicht klar komme. So verlor ich den Kontakt zur Gruppe in einer Abfahrt. Immer noch geistern die Gedanken vom Sturz am Hantenjoch bei der Transalp im Kopf, so dass ich die Abfahrten bei dem Wetter sehr vorsichtig anging.
Die Temperatur fiel auf 12 Grad und ich hatte keinen Bock mehr. Ich eierte alleine durch die Gegend und suchte schon nach dem Rückweg.
Dann kam ein Belgier und zog mich ein wenig mit, was meine Moral wieder etwas stärkte. Der Regen und Sturm hörte aber nicht auf.
Nachdem die nächsten Anstiege erklommen waren, kam an einer Verpflegung dann mein Kumpel Gerd von hinten an. So fuhren wir auf eine Gruppe auf und endlich gings voran.
Leider liefen die Gruppen aber nicht sehr gut. Keiner hatte Lust, bei dem Dreckswetter vorne zu arbeiten. Lieber hinten Dreck fressen.
Ab km 100 lief es bei mir aber richtig gut. Es war so eine Mischug aus "Scheissegal" und "macht doch irgendwie Spass" Jedenfalls gings nach einem schnellen Flachstück in eine Rampe rein. 10-12%, ca 2km dann flacher bei Gegensturm. Ich weiss nicht, was schlimmer ist.
Jedenfalls war dann die zweite lange Steigung geschafft. Und weiter mit hohem Tempo.
Kurz kam meine ehemalige Gruppe wieder in Sichtweite, aber wir kamen nicht ran mit unserer Dreier-Kombo.
Dann platzte Gerd weg, er hatte am Anstieg schon Probleme, wobei er mit dem Wetter normalerweise gut klarkommt und am steilen Anstieg etwas stärker ist als ich.
Später hatte er noch Pech und spielte den Donishäusle. (Kette kaputt ca. 20km vor dem Ziel (nebenbei eine Campa-Kette))
Den letzten Anstieg kannte ich sehr gut, weil ich dort schon sehr viel Lehrgeld bezahlt hatte. Ich fuhr langsam rein und erst oben im Steilstück gab ich Gas, was es mir ermöglichte, ca. 15 Fahrer zu überholen.
Dann war ich aber wieder alleine und drückte gegen den Strum die letzten 10 flachen km ins Ziel.
Im Ziel schien übrigens wieder die Sonne. Während des Rennens schüttete es unaufhörlich.
Na ja, mehr wie Platz 132 von 317 Startern der 160 km Runde war heute nicht drin. Bei gutem Wetter hätte ich die Gruppe halten können, das zeigte ein Kumpel, der dort mitfuhr.
Leider war auch die Zuschauerzahl an der Strecke durch's Wetter sehr dürftig. Seite die Schlecks und Kim Kirchen erfolgreich sind, ist in Luxemburg ein Rennrad-Boom ausgebrochen wie bei uns zu Ulle-Zeiten.
Eine fast perfekte Strecke, die nur sehr wenige Kritik zulässt. Für das Wetter kann niemand was. Es ab kaum Stürze, die Strecke war durch die Polizei bestens abgesichert, und die Strecke war bestens ausgeschildert.
Einen grossen Lob an der Stelle an die Ausrichter.
Das Rennen ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Es wäre doch mal was für die Forumsgranaten. Überlegt es euch.
Profil:
http://www.lacharlygaul.lu/Images/2008I/gaul08profa.jpg
Insgesamt 2289 Hm auf der 160 km-Strecke
Bilder sind
hier zu sehen. Ich hatte die Startnummer 116
Bilder vom Start und Impressionen gibt's
hier.
Interresant: Das Gebäude im Hintergrund bei den Bildern vom Start.
Beispiel:
http://www.lacharlygaul.lu/Images/2008I/gaul0805.jpg
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Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Niggel: 09.09.2008 23:36.