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11.12.2005 15:42

Steamboat
Tour-Sieger

Dabei seit: 29.12.2001

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Saisonbilanz Discovery Channel

Es ist dem Verfasser dieser Texte nicht bekannt, ob Lance Armstrong der Name Hulk Hogan geläufig ist. Hulk Hogan war in den 80er und 90er Jahren der Inbegriff des Showwrestlings. Er verkörperte sozusagen den amerikanischen Held, der die Menschheit vor bösen Mächten bewahrte. Ständig besiegte er immer noch imposanter wirkende Monster. Es gab eine Veranstaltung im Kalender des Wrestlings, die sich Royal Rumble nannte und die einmal im Jahr stattfand. Bei dieser Veranstaltung nahmen nahezu alle Wrestler der entsprechenden Organisation teil. Es gilt die Regel, dass viele Männer gleichzeitig im Ring stehen und derjenige ausscheidet, der über das obere Seil aus dem Ring befördert wird. Hogan ließ im Drehbuch festlegen, dass nur er die allerfiesesten Schurken aus diesem Ring schmeißen durfte. Die jährliche Wiederholung des Spektakels inbegriffen – allerdings mit neuen Monstern.

Nun ist mal anzunehmen, dass im Radsport vorab keine Absprachen getroffen werden oder vorweg ein Drehbuch formuliert wird, das minutiös vorsieht, wann welcher Fahrer während der Tour de France den Kontakt zu Armstrong reißen lassen muss. Aber ein Szenario wiederholt sich auch nahezu Jahr für Jahr im Radsport. Immer wenn die erste Zielankunft bei einer Bergetappe bei der Tour auf dem Programm stand, konnte man sich sicher sein, dass Armstrong und sein Team das Tempo bis zum Schlussanstieg regulierten. Die Kameramänner konnten sich dann hinter der Traube der Favoriten postieren und seelenruhig abwarten, wie ein Favorit nach dem anderen die Segel strich und Armstrong davon zog.

Der Kapitän

Dieses Jahr war die Bergankunft in Courchevel und es war wie bereits bekannt. Menchov, Heras, Mayo, Botero, Totschnig und Voigt konnten schon recht früh nicht mehr mithalten. Es folgten weitere Fahrer wie Winokurow, Moreau, Landis, Julich, Evans, Zubeldia und schließlich Ullrich und Klöden. Dann bröckelte auch Basso ab und Leipheimer ließ auch reißen. Schließlich zollten kurz vor dem Ziel Mancebo und Rasmussen dem Siegeswillen des Patrons Tribut. Lediglich Valverde hatte sich nicht abschütteln lassen und entschied diese Etappe dann für sich. Ob Armstrong ihn gewähren ließ, lässt sich schwer im Nachhinein schwer sagen. Einerseits hatte er sein Hauptziel – Distanzierung der Konkurrenz – vollends erreicht, auf der anderen Seite war bekannt, dass Valverde über ein sehr starkes Finish verfügt, so dass eine Kraftprobe durchaus dem Texaner eine Niederlage beschert hätte.

Spätestens nach diesem Tag bestand überhaupt kein Zweifel mehr, dass beim normalen Verlauf der Tour Armstrong nicht mehr zu gefährden sei. Der siebte Sieg in Folge wartete von diesem Tag an nur noch auf eine Bestätigung. Lediglich ein Hungerast zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, wild gewordene Fans, die ihn vom Rad reißen würden, oder eine gezielte Mobbingaktion von Teilen des Feldes hätten das Unvermeidliche noch vermeiden können.

Gerade letztere schien aber nach den Erfahrungen in Bezug auf die letztjährige Aktion gegenüber Simeoni sehr unwahrscheinlich zu sein. Es hatte sich gezeigt, dass Armstrong der Patron und Chef des Peloton ist, mit dem sich selbst seine ärgsten Widersacher lieber zusammen taten, als ihn zu schneiden. Darüber kann man zwar denken, wie man will, aber das sind die Realitäten des Radsports. Und dieses soll nicht als Anklage seitens des Verfassers gegenüber der Mentalität des Pelotons verstanden werden. Dass die Befürwortermentalität des Pelotons gegenüber Armstrongs Aktionen allerdings beim kritischen Zuschauer auf weniger Gegenliebe stößt, sollte aber schon gesagt sein, wenngleich auch hierbei keine Aufforderung zum Mobbing gegen den Texaner herausgelesen werden soll.

Zurück zu möglichen natürlichen Faktoren, die Armstrongs Siegeszug verhindern könnten. Ein Hungerast schien bei seiner Akribie und Professionalität ausgeschlossen. Zwar lernte er dieses Gefühl auch kennen, aber stets hatte er danach darauf geachtet, solche Fehler später zu vermeiden. Blieben noch die Fans, bei denen man sich letztlich nicht ganz sicher sein konnte, aber auch von ihnen ging keine Gefahr aus, was letztlich nur als vernünftig zu bezeichnen ist. Kritische Zuschauer sind okay, aber wenn sie dabei zu massiven Eingriffen übergehen, wie beim Fußballspiel Türkei-Schweiz, kann man das nicht gutheißen.

Aus sportlicher Sicht gibt es am Erfolg von Armstrong nichts zu kritisieren.

Die Dinge nahmen ihren Lauf. Es wirkte so, als täte Armstrong nur das nötigste. Meistens hielt er sich nach der erwähnten Etappe am Hinterrad von Basso auf, weil er diesen für seinen stärksten Gegner erachtete. Dieses Verhalten sicherte ihm, dass er von seiner Warte aus das Feld kontrollieren konnte. T-Mobile griff zwar nochmals an, aber der Texaner hielt sich im Verlauf wacker und meist wenig beeindruckt. Der Toursieg wurde letztlich zur Formsache. Beinahe wäre diese GT zu Ende gegangen, ohne dass der Texaner einen eigenen Etappensieg vorweisen konnte, also entschied er sich dafür, das letzte Zeitfahren in Saint Etienne zu gewinnen. Dieser stellte dann den vierten Sieg seines Teams dar.

Der erste war mit dem Mannschaftszeitfahren geglückt. Discovery Channel profitierte allerdings von einem Sturz des Trägers des Gelben Trikots, David Zabriskie, der kurz vor dem Ziel damit sein Team CSC aus dem Rhythmus brachte. Dadurch gewann die amerikanische Equipe mit zwei Sekunden Vorsprung diese Veranstaltung. Armstrong musste damit das Gelbe Trikot erstmals übernehmen, was er aufgrund der Umstände nur widerwillig tat.

Einen weiteren Etappensieg gelang George Hincapie. Dieses sollte nicht zu sehr überraschen, da man über die exzellenten Fähigkeiten des Amerikaners allseitig gut Bescheid weiß. Allerdings war schon sehr verwunderlich, dass er tatsächlich bei einer Bergankunft gewinnen konnte. Zwar kreidete man ihm später an, dass er stets nur beim Konkurrenten Pereiro am Hinterrad gelutscht habe, aber das muss als verständlich gelten, schließlich hatte Hincapie andere Aufgaben zu verfolgen, als Tempoarbeit in solchen Momenten zu leisten, wenn weiter hinten im Feld sein Kapitän z.B. in Gefahr geraten könnte. Und wenn andere Fahrer ihn letztlich mitnehmen, ohne sich am mangelnden Engagement seinerseits zu stören, darf man sich eben nicht beschweren, wenn er dann einen Karrierehöhepunkt entsprechend dankend entgegen nimmt.

Des Weiteren jubelte Paolo Savoldelli über einen Tagessieg. Der Giro-Sieger, der bei der Tour Armstrong helfen sollte, bekam nach geleisteter Arbeit die Gelegenheit, auf der Etappe zwischen Pau und Revel mit einer Fluchtgruppe mitzufahren. Dieser Tag kennzeichnete übrigens den letzten Versuch des Teams, die Mannschaftswertung noch zu gewinnen. Dieses Vorhaben glückte nicht, aber dafür konnte sich Savoldelli zusammen mit Arvesen (CSC) vor dem Ziel von der Ausreißergruppe absetzen. Im Finish war der Italiener der Stärkere.

Wie gesagt feierte Armstrong den erneuten Sieg bei der Tour de France. Ansonsten war er in der Saison, sportlich nur selten aufgefallen. Bei Paris-Nizza stieg er aus, bei der Flandern-Rundfahrt wurde er 28. Danach machte er seine Aufwartung der Tour Of Georgia (5.). Am meisten Aufsehen erregte er dann mit seiner Rücktrittserklärung im Frühjahr.

Bei der Dauphine Libere wurde insgesamt Vierter. Bei der Generalprobe zur Tour gelang ihm kein Etappensieg. Dieses verwunderte nicht. Zwar gab es Aussagen, die davon berichteten, dass er einige Mühen gehabt haben sollte, aber jedem Kenner der Szene war klar, dass er sein Hauptaugenmerk nur auf die Tour gelegt hatte und nur dieses Ziel hatte für ihn Bedeutung.

In der Pro Tour begnügte er sich mit dem fünften Platz.

Die anderen Kapitäne

Bereits erwähnt wurde der Erfolg von Savoldelli beim Giro d´Italia. Etwas überraschend konnte der Falke diese Rundfahrt für sich entschieden. Vor Rennbeginn war man auf Seiten der Radsportfans von einem Duell Basso gegen Cunego ausgegangen, während sich am Ende der GT alles auf den Zweikampf Simoni vs. Savoldelli zuspitzte.

Savoldelli unterstrich seine Podiumsambitionen erstmals nachhaltig, als er auf der 11. Etappe nach Zoldo Alto als einziger Fahrer dem vermeintlichen Favoriten Basso folgen konnte. Savoldelli gab hernach zu, dass er bewusst Basso habe die Arbeit machen lassen. Sein Hauptanliegen war zunächst ein Etappensieg, den er dann durch einen Spurt sicherstellte. Durch den gesundheitlich bedingten Einbruchs seines Kontrahenten, rückte Savoldelli schließlich zum Topanwärter auf den Gesamtsieg auf. Nach der 13. Etappe wechselte das Trikot auf seine Schultern.

Fortan war sein größter Gegner Simoni, der sein Heil in den Anstiegen suchte, während der Falke dem gegenüber seine Qualitäten im Kampf gegen die Uhr und seine riskanten Fahrmanöver bergab entgegenhalten konnte. Zur ultimativen Entscheidung kam es im Verlauf der 19. Etappe. Simoni lancierte einen frühen Angriff am Colle Finestre, wobei er tatkräftige Unterstützung von Di Luca (Liquigas) und Rujano (Colombia) erhielt, die zusammen das Ziel verfolgten, Savoldelli in der Gesamtwertung noch zu überflügeln. Diese Attacke wirkte recht aussichtsreich, da Savoldelli früh von seinen Teamkollegen isoliert war und – die Mannschaft war im Vergleich zur Tour bei weitem nicht ebenbürtig besetzt – damit rechnen musste, die komplette Nachführarbeit alleine zu organisieren und umzusetzen.

Dabei erhielt er mehr oder weniger offenkundig Unterstützung von Fahrern des Davitamon-Lotto Teams. Ob van Huffel und Ardila wirklich ihn bewusst unterstützten oder darauf bedacht waren, selber in der Einzelwertung nach vorne zu kommen, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Der Verfasser dieser Zeilen kann aber in dem Verhalten der Fahrer nichts Verwerfliches finden, wenn man sich gegenseitig bei der Realisierung der Ziele unterstützt und später profitiert. Betrugsvorwürfe in die Richtung der genannten Fahrer hält der Autor jedenfalls für verfehlt. Savoldelli entschied den Giro letztlich für sich. Erwähnenswert ist sicherlich, dass er diesen unter anderem durch einen dritten Platz im ersten Zeitfahren sowie durch jeweils vierte Plätze im Prolog und im anderen Zeitfahren untermauerte.

Bei der Tour wurde er übrigens 25. In anderen Rennen der Pro Tour konnte er nicht mehr punkten, wenngleich der zweite Platz im Zeitfahren der Tour de Romandie nicht unerwähnt bleiben soll. Savoldelli belegte in der Pro Tour den 20. Rang.

Armstrong erwähnte nach der Austragung der Tour de France, dass er sich seinen Landsmann Hincapie bei der nächsten Auflage durchaus als Kapitän der Discovery Channel Equipe vorstellen könne. Diese Aussage überrascht etwas, da der Mann aus Farmingdale/New York bisher seine Akzente an anderen Orten setzte. Zwar konnte er auch in früheren Auflagen der Tour de France auffallen, aber am meisten brachte er sich bisher durch seine Ergebnisse im Frühjahr in Erinnerung, da er stets zum Favoritenkreis zählt, wenn die Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix sowie Gent-Wevelgem auf dem Programm stehen.

Auch in dieser Saison zeigte er auf diesem Terrain seine Stärken. In Flandern reichte es zum siebten Platz, während er eine Woche später in Begleitung von Tom Boonen und Juan Antonio Flecha ins Velodrom von Roubaix einbog. Der Belgier galt als Favorit ob seiner Sprintfähigkeiten, während man dem Amerikaner aufgrund seiner Bahnfahrerkenntnisse gute Chancen einräumte. Er pokerte aber zu lange, so dass Boonen problemlos das Heft des Handelns in die Hand nahm und Hincapie keine Chance ließ. Etwas unverständlich war das Verhalten von Hincapie schon, da ihm klar sein musste, dass ein langes Herauszögern einer Attacke die Chancen von Boonen erhöhte. Er muss sich auch vorwerfen lassen, nicht zusammen mit Flecha bereits Angriffe vor dem Velodrom zu probieren, um Boonen zur aktiven Nachführarbeit zu zwingen.

Später im Jahr sollte Hincapie aber dann beim GP Ouest-Plouay doch einen Klassiker gewinnen.

Dass Hincapie über gute Qualitäten als Zeitfahrer verfügt, ist auch kein Geheimnis. In der abgelaufenen Saison siegte er beim Prolog Dauphine Libere. Allerdings hat er sich in den Bergen erheblich verbessert, wie er später durch sein Etappensieg bei der Tour und den 18. Gesamtplatz nachwies. Bei der Dauphine Libere gewann er auf der hügeligen Abschlussetappe im Finish vor seinem ukrainischen Teamkollegen Yaroslav Popovych sowie Lance Armstrong. Zudem konnte er auch bei Tirreno-Adriatico als Sechster seine gute Form beweisen und entsprechend punkten.

Insgesamt wurde der aus Kolumbien stammende Hincapie 11. der Pro Tour und war damit nur der viertbeste US-Amerikaner.

Ein anderer Fahrer könnte ebenso in der Lage sein, bei der nächsten Großen Schleife, das Team durch Frankreich anzuführen und Armstrong als Teamleader zu beerben. Der erwähnte Popovych wurde bei der diesjährigen Tour zu einer der großen Stützen vom Texaner. Er beendete seine erste Teilnahme als 12.

Bei der Volta A Catalunya durfte er auf eigene Rechnung fahren. Er kam dort mit den an ihn gestellten Anforderungen gut zu Recht und wurde im Jahr 2005 der dritte Fahrer des Teams, der eine Rundfahrt – wenn auch nur eine kleine – gewinnen konnte. Im Rahmen dieses Rennen konnte er wie auch in anderen Rundfahrten dieses Jahres keinen Etappensieg feiern. Seine Punkte für die Pro Tour Wertung rekrutierte er aufgrund der Gesamtplatzierungen bei der Tour und in Katalonien. Leer ging er bei Paris-Nizza sowie bei der Dauphine Libere aus. In der Pro Tour wurde er 36. und man wird ihn sich für 2006 bestimmt für größere Aufgaben vormerken müssen.

Pro Tour-Einerlei

Eine weitere Platzierung (3.) auf einem Abschlusspodium einer Rundfahrt gelang dem Belgier Leif Hoste bei der Benelux-Tour. Er belegte im Zeitfahren zwar einen starken zweiten Platz, konnte aber keinen Tagesabschnitt für sich entscheiden. Bei dieser Rundfahrt kam ein weiterer Fahrer des Teams unter die Top Ten. Jürgen van den Broeck (auch Belgier) wurde Achter. Für die Etappensiege war der Niederländer Max van Heeswijk beim Rennen durch die drei Staaten zuständig. Zwei Rennabschnitte in Belgien gehen auf sein Konto.

Ebenso konnte er bei der Vuelta eine Etappe zu seinen Gunsten entscheiden. In Spanien hörte das Team allerdings nicht auf sein Kommando. Der dortige Kapitän war Tom Danielson. Er konnte die Platzierungen von Armstrong und Savoldelli bei den beiden anderen GTs nicht mehr toppen. Aber nach der Disqualifikation von Heras blieb ein respektabler siebter Gesamtplatz. Weitere Pro Tour Punkte gelangen ihm nicht. Dennoch muss man ihm zugestehen, dass er eine ansprechende Saison abgelieferte. 2004 fuhr er noch für Fassa Bortolo, blieb aber den Nachweis seiner Klasse eher schuldig. Auf Platz 81 der Pro Tour Wertung endete für ihn die erste Saison bei Discovery Channel.

Die Fraktion der Spanier wurde in diesem Jahr etwas in den Hintergrund gerückt. „Triki“ Beltran, „Chechu“ Rubiera und Benjamin Noval leisteten im Rahmen der Tour die erhofften Dienste. Allerdings mussten sie hinter den anderen bereits ausführlich erwähnten Fahrern etwas zurückstehen. Wenn sie die Gelegenheit erhielten, eigene gute Ergebnisse einzufahren, taten sie dieses nicht mit der gleichen Effizienz, so dass man sie in einem Atemzug mit Hincapie oder Popovych nennen könnte.

Rubiera schaffte erst auf den letzten Drücker den Sprung in der Pro Tour-Wertung, als er die Rundfahrt in Polen als Zehnter beendete. Beltran wurde immerhin Achter der Tour de Romandie. Noval ging als 14. in Katalonien leer aus. Etappensiege gibt es von dem Trio keine zu vermelden. Der vierte Fahrer der iberischen Halbinsel kann sich den Spaniern in punkto Unauffälligkeit anschließen. Der Portugiese Jose Azevedo konnte seinen fünften Platz bei der Tour nicht wiederholen und wurde 30. Sicherlich musste er sich den mannschaftlichen Zwängen fügen, dennoch hatten ihn viele Beobachter auf der Rechnung, wenn es um gute Platzierungen bei Rundfahrten ging. Aber auch bei der Vuelta gelang ihm keine Widerlegung des Eindrucks.

Discovery Channel ist neben starken Rundfahrten auch für gute Leistungen bei den schwierigen Rennen im Frühjahr bekannt. Vor der Saison hatte die Klassikerfraktion extra nominelle Verstärkung erhalten, um noch weiter vorne mitfahren zu können.

In Pro Tour Punkte ließ sich diese Absicht aber nicht ummünzen, da Hincapies genannten Resultate auch die einzigen Punkte waren, die ein Fahrer des Teams bei Eintagesrennen erreichte. Hoste z.B. blieb in Flandern (23.) und bei Paris-Roubaix (33.) deutlich im Hintergrund, legt man seine Vorjahresergebnisse zu Grunde. Dem Briten Roger Hammond erging es nicht anders. Hoste platzierte sich in der Pro Tour zumindest auf dem 61. Platz

Stijn Devolder war keine Neuerwerbung, errang ebenso wie Hammond keine Punkte, riskierte aber mit seinem Landsmann Gilbert eine Ausreißerflucht bei Paris-Tours, die beinahe geglückt wäre. So blieb ihm nur der 13. Platz beim „Rennen der Windhunde“.

Van den Broeck fand zusammen mit Beltran Aufnahme in der Pro Tour Rangliste auf Platz 121. Van Heeswijk folgt auf dem 136. Rang, während Rubiera zusammen mit dem Ukrainer Volodymyr Bileka das teaminterne Schlusslicht als 164. bildet. Bileka strich durch einen dritten Platz bei einer Giro-Etappe einen Punkt ein.

In der Teamwertung der Pro Tour belegte das Team den achten Platz, der vor allen Dingen durch das recht starke Abschneiden bei den Rundfahrten zustande kam, wo Discovery Channel nach der Rechenkunst der Pro Tour das zweitbeste Team war. Die Mannschaftsergebnisse in den Klassikern waren hingegen hinter den Erwartungen und aufgrund des vorhandenen Potentials eher ernüchternd. Da sollte im Equipe eigentlich mehr Substanz zu finden sein.

Discovery Channel wurde seinem Ruf, das stärkste Team des Pelotons im Kampf gegen die Uhr zu sein, bei der Tour de France in vollem Umfang gerecht. In Katalonien reichte es zum zweiten Platz, beim Teamzeitfahren in Eindhoven nur zum fünften Rang. Allerdings hatte Armstrong vorab kritisiert, dass der Wettbewerb für das Team aufgrund der nur sechs einzusetzenden Fahrer nicht lukrativ in der Vorbereitung zur Tour sei.

Outside Pro Tour

Neben der Pro Tour richtete sich der Fokus auf die Tour of Georgia. Bei einem der seltenen Heimspiele hatte die Equipe ein starkes Interesse, diese Rundfahrt zu gewinnen. Dieses Vorhaben wurde durch Danielson knapp vor Levy Leipheimer (Gerolsteiner) in die Tat umgesetzt. Danielson gewann zudem auch noch eine Etappe.

Durch die belgische Delegation im Team richtet sich unausweichlich ein Augenmerk des Teams auf die dortigen Rennen. So gewann Hincapie das Rennen Kuurne-Bruxelles-Kuurne (1.1). Einen Gesamterfolg bei einer dortigen Rundfahrt sicherte sich Devolder. Er kann in seiner Palmares künftig den Erfolg bei „Driedaagse van de Panne (2.HC)“ erwähnen. Einen Etappenerfolg schaffte er jedoch nicht.

Statt seiner sprang sein Teamkollege Vjatcheslav Jekimow ein, der das abschließende Zeitfahren für sich entschied. Der Russe gehörte aus Verletzungsgründen erstmals nicht der Tour-Equipe an. Trotz seiner 39 Jahre zeigte er sich dennoch in der Saison, obwohl der erwähnte Tagessieg sein einziger in diesem Jahr bleiben sollte.

Auch wenn Hammond in der Pro Tour leer ausging, kam er in seiner Heimat bei der Tour of Britain (2.1) zu einem Etappensieg. Knapp verpasste er Erfolge beim „Nationale Sluitingsprijs - Putte – Kapellen“ (1.1) und bei der „Dwaars door Vlanderen Waregem“ (1.1).

Und ein Etappensieg muss noch nachgeliefert werden. Der Kanadier Michael Barry schaffte diesen bei der Österreich-Rundfahrt (2.1).

Es ließen sich noch weitere Ergebnisse anführen, aber aufgrund der Menge an bereits verarbeiteten Informationen, endet der Bericht an dieser Stelle und geht zur Feststellung der Gewinner und Verlierer über.

Tops und Flops

Gewinner

• Lance Armstrong: Der siebte Tour-Sieg in Folge ist gelungen. Auf einem Höhepunkt seiner Karriere hängt er das Rad an den Nagel. Kann es was Schöneres geben?
• George Hincapie: Eine sehr starke Saison des möglichen Prinzregenten im Team. Er zeigt seine Stärken im kalten Frühjahr aber auch in den warmen Pyrenäen. Frankreich war 2005 für ihn immer ein gutes Pflaster. Alleine bei fünf Gelegenheiten winkte er dort vom Podium.
• Paolo Savoldelli: Die Wiederauferstehung des Falken. Mit dem Sieg beim Giro konnte man nicht rechnen und das i-Tüpfel bei der Tour mit dem Etappensieg.
Auch Popovych ist ein Sieger.

Verlierer:
• Lance Armstrong: Gedopt oder nicht? Diese Diskussion begleitete alle seine Leistungen seit Jahren. Nun scheint es weitere Belege zu geben, die ihm 1999 zumindest nachweisen, dass da nicht alles mit rechten Dingen zuging. Der Texaner wird damit leben müssen, dass die Zweifel nicht restlos beseitigt werden können.
• Gennadi Mikhailov: Seit drei Jahren gehört der Russe zum Team. Hat das jemand bemerkt?
• Jose Azevedo: Der Portugiese war nicht so stark wie die vorige Saison. Er war im Gegensatz zu Teamkollegen nicht in der Lage, Ausrufezeichen zu setzen.

Ausblick auf 2006

Das Jahr eins nach Armstrong ist ein ungewisses.
Niemand weiß, wer die Rolle des Teamleaders wirklich übernimmt. Ist Popovych schon so weit oder kann Hincapie noch stärker als 2005 fahren? Wird evtl. Savoldelli der Mann der Stunde sein?

Das Erbe, das Armstrong hinterlässt, ist kein leichtes. Die amerikanische Öffentlichkeit wird z.B. jeden Topfahrer des Teams an den Erfolgen von Armstrong messen. Von außen konnte kein Fahrer verpflichtet werden, der sofort diese Rolle ausfüllen könnte. Armstrong-Freund Basso lehnte ab und auch andere wollten nicht oder wurden für zu schlecht befunden.

Die an Land gezogenen Neuzugänge dienen mehr bei den Umsetzungen der Teamziele denn dass ein Leader gefunden wurde. Egoi Martinez gilt als Teamplayer bei den großen Rundfahrten, während Vladimir Gusev ein Fahrer für die Klassiker des Frühjahres ist, dem auch eher Helferdienste zufallen werden.

Das Team hat aber dennoch seine Stärken. Es verfügt über eine Reihe guter Rundfahrer, die fast jede kleine Rundfahrt zu ihren Gunsten entscheiden können. Misst man Fahrer wie Danielson, Savoldelli, Popovych und Hincapie weniger an Armstrong sondern an ihrem eigenen Potential, werden gute Ergebnisse möglich und machbar sein.

Etwas mehr Erfolg sollte aber unabhängig vom Abschneiden bei den kleinen und großen Rundfahrten bei den Klassikerrennen erzielt werden. Es ist zu wenig, wenn nur Hincapie im Rahmen der Klassiker Punkte erzielt. Hier sollten sich viele Fahrer angesprochen fühlen, mehr zu leisten und vor allen Dingen zu punkten.

Wenn Tom Boonen von jemandem am Siegen in Flandern und bei Paris-Roubaix gehindert werden kann, dann hat Discovery Channel eigentlich das richtige Personal in den eigenen Reihen. Fahrer wie Devolder, van Goolen, Hoste, Hammond sowie Jekimow und Gusev sollten in der Lage sein, Hincapie zu helfen bzw. selber in die Bresche springen, um auch in den Regionen für Akzente zu sorgen.

Vielleicht nicht bei der Tour de France kann das Team künftig ein Drehbuch schreiben, aber bei anderen Veranstaltungen der Pro Tour könnten sie die Regie in die Hand nehmen. Man muss ja niemanden über ein Seil hieven, es reicht, einfach schneller und raffinierter als andere zu sein…

Weitere Infos: http://www.cycling4fans.de/?id=1601




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o.T.
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11.12.2005 15:57

Raupi7
Weltmeister

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Dabei seit: 03.02.2002
Herkunft: na das wüsstet ihr wohl gerne *gg*
Fan von: Daniel Stephan,Andy Roddick,Tom Danielson,Jason McCartney,Yaroslav Popovych,Mike Creed...LA

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RE: Saisonbilanz Discovery Channel

Ich fand mikhailov auch erst schlecht musste mich dann aber eines besseren beleren lassen da er wohl fast das ganze ja mit pfeifrischem Drüsenfieber zu kämpfen hatte...




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"Lance's a superstar, and I'm a domestique" McRae said. "He's made millions in this sport, and I've made thousands. But through thick and thin, we've been friends. If it weren't for him, I wouldn't be on this team, and here I am in the jersey."
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