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24.11.2005 19:32

Steamboat
Tour-Sieger

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Saisonbilanz Lampre-Caffita

Lampre-Caffita hatte bis zum Giro ein wahres Luxusproblem – mit Gejammer auf höchstem Niveau. Bei dem Team stellte sich nicht die Frage, welche Chancen ihre Fahrer beim Giro haben, sondern wer von den beiden Protagonisten letztlich Kapitän und Sieger des Giros sein wird. Das Hauptduell vor dem Giro hieß weniger Lampre gegen die anderen, sondern es lautete Cunego vs. Simoni. Wenn es möglich gewesen wäre, hätten beide gerne ein eigenes Team zum Giro mitgenommen. Sie mussten sich aber ihre sieben Mitstreiter brüderlich teilen.

Cunego vs. Simoni. Auf der einen Seite der junge Himmelsstürmer aus Verona, der 2004 den Giro eroberte. Ein langweiliger Giro wurde durch das teaminterne Duell zu einer ausgesprochen spannenden Angelegenheit. Damiano Cunego siegte sehr zum Missfallen seines Teamkollegen.

Auf der anderen Seite der alte Wolf Gilberto Simoni. Er hatte schon zwei Mal den Giro für sich entschieden. Er musste 2004 nicht nur den teaminternen Nackenschlag verdauen. Bei der Tour de France traf er auf einen Gegner, der ihn desillusionierte – Armstrong. Simoni zählt nicht zu der Sorte Radsportler, der durch Diplomatie auffällt. Lieber kommentierte er den vergangenen Giro bissig und ließ kaum eine Gelegenheit aus, sich abfällig über seinen jungen Kontrahenten zu äußern. Dieses sollte sich nach diesem Giro – allerdings aufgrund einer veränderten Sachlage – nicht anders verhalten.

Cunego wollte beim Giro demonstrieren, dass er die Bürde der großen Verantwortung trotz seiner jungen Jahre stemmen konnte. Er traute sich zu, den Giro gegen Simoni – auch gegen Basso – und andere zu gewinnen. Danach wollte er sich in Frankreich noch mit Lance messen. Der Emporkömmling aus 2004, der zum Saisonende gar die Lombardei-Rundfahrt gewann, wollte seinen Erfolg des Vorjahres nicht nur wiederholen, er wollte ihn noch größer dimensionieren. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass er sich nach seinem leistungsmäßigen Einbruch beim Giro äußerte, froh zu sein, endlich die überschwere Bürde der Verantwortung los geworden zu sein.

Die Kapitäne

Gilberto Simoni, der manchmal sehr kauzig wirken kann, war also der Mann des Teams beim Giro. Zwar entwickelte sich die Rundfahrt zunächst zugunsten seines Teamkollegen, Cunego erarbeitete sich bis zur 10. Etappe einen Vorsprung von fast einer Minute gegenüber Simoni heraus, da er auch schon bei flacheren Etappen in die Entscheidung eingriff, woraus jeweils zwei zweite Etappenplätze resultierten. Auf dem Abschnitt von Marostica zum Zoldo Alto aber wendete sich das Blatt. Bei dieser Bergankunft sollte Cunego sechs Minuten auf die Spitze verlieren. Hingegen konnte Simoni Anschluss halten und wurde hinter Paolo Savoldelli und Ivan Basso an diesem Tag Dritter. Ein bittersüßer Sieg für ihn, der fortan natürlich der uneingeschränkte Kapitän des Teams sein sollte.

Cunego konnte sich nicht mehr von der sportlichen Niederlage erholen. Er brachte den Giro zwar zur Ende, aber er konnte zu keinem Zeitpunkt demonstrieren, dass dieser Einbruch nur eine Eintagsfliege war. Regelmäßig verlor er den Anschluss, wenn es zur Entscheidung in den Bergen kam. Dieses legte ihm sein Chef Simoni als Schwäche und z.T. auch als Arbeitsverweigerung aus, der sich über die Unterstützung seines jungen Teamkollegen öffentlichkeitswirksam beschwerte. Bei Cunego wurde später Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert, weshalb er auch die Tour absagte. Beim Giro wurde er lediglich 18.

Simoni hingegen schien durch den Sieg beflügelt. Er wandte sich von Cunego ab und orientierte sich an den anderen Favoriten des Giros. Es galt Basso und Savoldelli niederzuringen und Jose Rujano und Danilo Di Luca auf Distanz zu halten. Basso strauchelte bei der 13. Etappe und brach auf der 14. Etappe komplett ein. Damit lief alles auf ein Duell Savoldelli vs. Simoni heraus. Eine durch und durch überraschende Entwicklung dieses Giros, der ursprünglich von einer Wachablösung zu einer neuen Generation an Fahrer künden sollte.

Simoni rang Savoldelli Sekunde um Sekunde ab. Auf der 17. Etappe schaffte er wieder einen dritten Etappenplatz. Er hatte jedoch im Venezolaner Rujano beunruhigende Begleitung gefunden, der nun eine Bedrohung aus dem Hinterhalt bedeutete, da der Südamerikaner seinerseits Simoni im Gesamtklassement stets einige Sekunden stibitzte. Just zu diesem Zeitpunkt setzten die Organisatoren ungewollte eine Zäsur, indem sie die 18. Etappe als Zeitfahren ausschrieben. Simoni wurde zwar nun Rujano als unmittelbare Gefahr los, weil er im Zeitfahren diesen entsprechend distanzieren konnte. Jedoch konnte auch Savoldelli seinen Vorsprung auf Simoni um mehr als Minute wieder ausbauen. Bei der wichtigen 19. Etappe musste der Falke einen Vorsprung von zwei Minuten und neun Sekunden verteidigen.

Der Aufstieg zum Colle Finestre schien ganz nach dem Geschmack von Simoni zu sein. Er attackierte zusammen mit Di Luca und Rujano. Savoldelli konnte den Angriff nicht parieren. Der virtuelle Vorsprung schmolz mit jedem Kilometer dahin. Es schien so, dass Simoni einen atemberaubenden Gesamtsieg entgegensteuerte. Aber Savoldelli gab nicht auf. Ihm lag vielleicht der Anstieg zum Berg nicht, die Abfahrt genoss er, bei der er einen erheblichen Teil der Rückstands (ca. eine Minute) wieder aufholte. Er war seinem Ruf des besten Abfahrers des Pelotons gerecht geworden. Simoni blieb nicht nur an diesem Tag der zweite Platz. Auch in Mailand war er nicht auf dem obersten Podium.

Simoni konnte einem Leid tun. Auf der einen Seite feierte er einen bedeutsamen Sieg, in dem er seinen jungen Teamkollegen nach einer bitteren Niederlage im vorigen Jahr dieses Jahr in die Schranken verwies. Auf der anderen Seite gewann er den Giro nicht. Es klingt zwar etwas martialisch, wenn man sagt: „Simoni konnte die Schlacht nicht aber den Krieg gewinnen“. Dieser Vergleich sei mal so erlaubt, es ist zu erkennen, was hiermit wirklich ausgesagt wird. Simoni siegte und war dennoch der erste Besiegte. Ironisch genug, dass sich dieses Erlebnis bei der Lombardei-Rundfahrt als deja-vu wiederholte. Simoni war es, der die Fahnen des Teams hoch hielt und nicht Vorjahressieger Cunego, der am Ende 29. wurde. Wieder blieb aber Simoni nur der zweite Platz.

Die Pro Tour

Neben diesem Duell beim Giro verblassten fast die anderen Resultate der Teamkollegen. Damit wird man diesen nicht gerecht; dennoch soll das Duell auf dem Giro noch etwas beleuchtet werden, um sich dann anderen Fahrern zuzuwenden, die zum Teil erstaunliche Erfolge feierten.

Cunego hatte seine Anwartschaft auf die Kapitänsrolle beim Giro mehrfach unterstrichen. Bei der Tour de Romandie feierte er den zweiten Platz in der Gesamtwertung und einen Etappensieg. Schon bei der Baskenland-Rundfahrt erwarb er Zähler für die Pro Tour als Neunter. Mit diesem Platz beendete er auch den schweren Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Es hatten sich also schon allerhand Punkte angesammelt, als er beim Giro an den Start ging. Den 14. Platz beim Fleche Wallone führt man der Vollständigkeit halber auch mit auf.

Simoni hingegen hatte in der Pro Tour nur einen Etappensieg bei Paris-Nizza zu bieten. Er stürmte auf den Mont Faron und verblüffte damit die verdutzte Konkurrenz, die seinem energischen Antritt nichts entgegen zu setzen hatte. Dieses Rennen war eigentlich nur als Auftakt und leichter Aufgalopp gedacht. Außerhalb der Pro Tour feierte er noch einen Sieg beim Giro´dell Apennino (1.1). Aber die besseren Karten für die dreiwöchige Fahrt durch Italien schien Cunego zunächst zu haben.

Cunego machte nach dem Giro noch zwei Mal auf sich aufmerksam. Platz 17 in San Sebastian und der 14. Platz bei Züri-Metzgete. Cunego blieb als 39. der Pro Tour Wertung hinter den sehr hohen Erwartungen zurück. Simoni belegte den 12. Platz und wird es genossen haben, der Welt zu zeigen, dass man ihn noch nicht abschreiben sollte. Zu dieser Platzierung trug übrigens noch ein dritter Etappenplatz bei der Vuelta bei.

Zwischen den beiden Fahrern fand sich ein Teamkollege ein, der in diesem Jahr einen Riesensprung gemacht hat. Daniele Bennati stieg in die Riege der Topsprinter auf. Nicht weniger als 5 Etappensiege feierte er im Rahmen der Pro Tour. Bei der Deutschland-Rundfahrt erreichte er drei Tageserfolge sowie den Gewinn der Punktwertung. Die anderen Siege erzielte er bei der Polen-Rundfahrt. Er startete bei keiner GT, um sich dort mit den anderen Größen zu messen. Ein wenig entsteht der Anschein, dass er den Duellen mit Petacchi, McEwen und Co. noch aus dem Wege gehen wollte. Vielleicht hat es die Teamleitung so aber auch bewusst eingeplant. Oder man hat bei Tirreno-Adriatico gesehen, dass er gegen diese noch nicht bestehen kann.

Dabei ist er durchaus in der Lage, dem einen oder anderen die Zähne zu zeigen wie z.B. bei Paris-Tours. Nur dem alten Bären Erik Zabel musste er sich dort beugen, der ihm im Finish den Sieg noch streitig machte. Zabel musste alles in seiner Macht stehende abrufen, um beim „Rennen der Windhunde“ zu siegen. Bennati landete bei einem anderen Klassiker auch auf dem Podium. Gent-Wevelgem beschloss er als Dritter. Ein weiteres Mal verfehlte er nur knapp das Treppchen, als er beim GP Ouest-Plouay Vierter wurde. In der Pro Tour Wertung reichte es zum 26. Platz

Ebenfalls aufs Treppchen ging es für Eddy Mazzoleni. Bei der Klasika war er der schnellste „Nicht-Saunier Duvaler“, also wurde er dort Dritter. Ferner bekam er die Aufgabe, bei der Tour seine fehlenden Kapitäne Cunego und Simoni zu vertreten. Dieses gelang als 13. in der Gesamtwertung sowie mit dem dritten Platz auf der 16. Etappe. Diese Ergebnisse ermöglichten ihm in der Pro Tour den 58. Rang.

Bei der Flandern-Rundfahrt wurde ein Lampre-Fahrer Sechster. Etwas überraschend konnte Alessandro Ballan mit Boonen, Klier, Zabel, Petito und van Petegem mithalten. Als es ins Finale ging, fehlte ihm das Durchsetzungsvermögen und vielleicht auch ein wenig die Kraft, um noch weiter vorne zu landen. Dennoch ist sein Abschneiden lobenswert. Meistens fiel er in der Saison als Anfahrer für Bennati auf. Als es bei dem z.B. während der Benelux-Tour nicht lief, durfte Ballan sein Glück selbst versuchen. Immerhin resultierte aus den Versuchen ein Etappensieg. Platz 94 in der Pro Tour für Ballan.

Platz 107 für den Slowenen Gorazd Stangelj. Der treue Teamhelfer sekundierte Simoni in der Lombardei. Am Ende der Mühen sprang für ihn selbst der 7. Platz heraus. Ansonsten hielt er sich während der Saison mit eigenen Erfolgen dezent zurück. Platz 13 bei der Polen-Rundfahrt darf man aber durchaus nennen.

Grimmig war einer auf der 19. Etappe der Tour de France. Salvatore Commesso war Bestandteil einer Verfolgergruppe, die Guerini, Casar, Pellizotti und Pereiro nachstellte. Er konnte machen, was er wollte, dauerhaft fand er niemanden in dieser Gruppe, der mit letzter Entschlossenheit in Kooperation mit ihm dem Führungsquartett nachsetzen wollte. So blieb ihm nur der 5. Etappenplatz. Pro Tour Punkte bekam er in Hamburg für den 7. Platz bei den HEW-Cyclassics. Ob er beim Erreichen des 125. Pro Tour Platzes grimmig dreinschaute, ist nicht überliefert.

Lampre-Caffita erzielte einige gute Einzelergebnisse während der Saison. Andere Resultate sind wiederum nicht zufrieden stellend. Z.B. ist der beste Mann bei der einheimischen Tirreno-Adriatico ein Spanier, Juan-Manuel Fuentes, - auf dem 45. Platz. Viele Fahrer waren abseits der Teamaufgaben für Cunego oder Simoni nicht in der Lage, gute Leistungen zu vollbringen.

Jewgeni Petrov ist einer der Fahrer, der sich in der Saison nicht gut in Szene setzte. Sicherlich musste er bei zwei GTs ackern, was eine Menge Verschleiß bedeutet. Dennoch hatte man ihm Punkte für die Pro Tour zugetraut. Hinter den Erwartungen blieb auch Gerrit Glomser. Der Österreicher verfehlte bei der 7. Etappe der Tour nur knapp das Tagespodium als Vierter. Das war es dann auch schon, wenn man von der Meisterschaft auf der Straße in Österreich absieht. Nicht umsonst gilt er in der Alpenrepublik nach dieser Saison als Sorgenkind.

Gianluca Bortolami wird alt. Seine Saison war arm an Höhepunkten. Hier fährt einer wohl zu lange. Francisco Vila ist zwar noch nicht so alt, aber auch er konnte keine Punkte ergattern. Die Teamarbeit für seine Kapitäne ließ entweder nichts anderes als einen 22. Platz beim Giro zu. Oder, als er freie Fahrt hatte, sprang nichts heraus. Man hatte ihm mehr als den 20. Rang bei Paris-Nizza in der Saison zugetraut. Giuliano Figueras hat eine gute Entschuldigung. Er war während der Saison oftmals verletzt.

Völlig aus dem Bild fiel Dario Pieri. 2003 war er noch Zweiter bei Paris-Roubaix. Er leidet aber an dem gleichen Problem wie Jan Ullrich: Er isst sehr gerne und gut. Damit lässt sich nicht die erforderliche Figur halten und keine Erfolge erzielen. Noch während der Saison bekam er die Papiere.

Outside Pro Tour

Dieselben Namen, die man schon im Bereich der Pro Tour hörte, waren auch außerhalb sieg- und erfolgreich. Gilberto Simoni schreibt künftig auch den Sieg beim Giro dell´Emilia (1.HC) auf seine Visitenkarte. Cunego addierte drei Siege bei Eintagesrennen in seine Palmares. Das wären der GP Nobili Rubinetterie - Borgomanero (1.1), die Trofeo Melinda (1.1) und zum Saisonabschluss den Japan Cup (1.1). Eddy Mazzoleni siegte beim prestigeträchtigen Giro del Veneto (1.HC) vor seinem Teamkollegen Commesso, der 2005 ohne Saisonerfolg blieb.

Das Duo Bennati und Ballan schlug auch noch mal zu. Bennati sicherten sich den Giro di Toscana (1.1), während Ballan der einzige Etappensieg des Teams außerhalb der Pro Tour gelang. Bei „Driedaagse van de Panne“ (2.HC) streckte er den Arm zum Zeichen des Sieges in die Höhe.

Tops und Flops

Die Gewinner des Teams sind
• Gilberto Simoni: Die Auseinandersetzung mit der Jugend entschied er zu seinen Gunsten. Den Giro und die Lombardei-Rundfahrt jeweils nicht. Dennoch braucht er mit seiner Saison nicht unglücklich zu sein, wenngleich er selber den zweiten Platz beim Giro als Niederlage empfindet.
• Daniele Bennati: Dem jungen Sprinter gelang diese Saison der große Durchbruch. Einst Günstling von Cipollini zeigt er nun, dass mit ihm sowohl bei Klassikern als auch bei Sprintankünften zu rechnen sein wird.
• Eddy Mazzoleni: Als von seinen Bossen keiner konnte oder wollte, ergriff er selber die Initiative. Den dritten Platz in San Sebastian hatte man ihm nicht unbedingt zugetraut.

Diese Fahrer enttäuschten
• Dario Pieri: Sein kulinarischer Hunger war größer als sein Hunger auf sportliche Erfolge. Sein Magen schadete seinen Beinen.
• Damiano Cunego: Gemessen an seinen Ansprüchen war diese Saison ein Rückschritt. Das entscheidende Duell im Team hat er verloren. Er sollte sich selbst die Zeit geben, denn aus nur sportlicher Sicht muss man ihn nicht zu den Verlierern zählen, da zeigte er bis zu seinem nachvollziehbaren Einbruch beim Giro vorzügliche Leistungen.
• Gianluca Bortolami: Der alte Mann hat den Zeitpunkt des Absteigens vom Rad wohl verfehlt. Eigene Ergebnisse blieben praktisch völlig aus. Damit fand er sich bei Lampre in guter Gesellschaft, da auch andere nicht überzeugten. Statt seiner hätte man auch Petrov, Vila oder Glomser anführen können.

Ausblick auf 2006

Die Wogen scheinen sich zu glätten. Simoni ist von Bord gegangen. Damit hat ein Störfaktor für die Teamharmonie das Schiff verlassen. Inwiefern die Harmonie wirklich in Mitleidenschaft geraten war, lässt sich schwer einschätzen. Es ist nur auffällig, dass viele Fahrer nicht in der Lage waren, halbwegs akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Es könnte natürlich auch sein, dass die Fahrer nicht kontinuierlich ihre Saison aufbauen können, sondern relativ spontan zu Renneinsätzen abkommandiert werden, wie es Glomser in der Dezember-Ausgabe der Pro Cycling überlieferte. Es erfolgte zum Saisonende ein Aderlass. Viele Fahrer, die enttäuschten, mussten das Team verlassen. Allerdings verließ auch Mazzoleni das Team.

Damit ist klar, dass Cunego zwar von der Bürde Simoni befreit wurde, aber nun der alleinige Hoffnungsträger des Teams beim Giro ist. Ihm zur Seite gestellt werden Marco Bruseghin und der Slowene Tadej Valjavec. Cunego soll wahrscheinlich auch die Tour fahren, ansonsten kann die Rolle des Kapitäns in Frankreich auch von Valjavec gestemmt werden. Eventuell stößt noch der ehemalige Weltmeister Igor Astarloa zur Mannschaft. Die Vertragsverhandlungen ziehen sich aber sehr lange hin, so dass dieser Wechsel, der schon mehrfach als perfekt gemeldet wurde, immer noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Natürlich steht nun auch Bennati in der Pflicht, die Saisonerfolge zu wiederholen bzw. zu toppen. Dabei bekommt er Konkurrenz im eigenen Team, da der sprintstarke Napolitano von LPR verpflichtet wurde.

Feststeht, dass in der Saison 2006 Lampre auf Cunego angewiesen sein wird. Mit ihm steht und fällt der Erfolg der Mannschaft. Bisher war ihm niemand böse, wenn er Simoni nicht folgen konnte, sollte er 2006 beim Giro Zweiter werden und sollte er Simoni zum Gesamtsieg in dem Falle gratulieren müssen, dann wird diese Szene in der Teamleitung niemanden freuen.

Zur Teamseite: http://www.cycling4fans.de/?id=1678




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o.T.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Steamboat: 24.11.2005 19:34.

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24.11.2005 19:37

ogkempf
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Also ich fand Mazzoleni heuer eher enttäuschend als überraschend gut. Er war zwar in der Spitze gut, aber das war er in den letzten Jahren auch (meist zum Giro). Letztes Jahr hatte er aber mehr Formspitzen als heuer.

Als dritten Gewinner würde ich Ballan aufstellen. Der kam quasi aus dem Nichts zu einer Panne Etappe, dem fünften Platz in Flandern, einem ETS in ENECO und einem absoluten Topp Sprintanfahrer.

Für mich eine DER Überraschungen der Saison. Und nicht nur für mich, denn in der Umfrage Augen rollen wurde er auch ein paar Mal als MIR und als bester Sprintanzieher gewählt.




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24.11.2005 19:41

Steamboat
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Protest hatte ich nun eigentlich eher bezüglich Cunego erwartet.

Ballan hätte man nehmen können, allerdings fand ich Mazzolenis Abschneiden besser, da er z.B. bei der Tour keine Unterstützung hatte und Platz 3 in San Sebastian ist ja auch nicht schlecht.




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o.T.
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24.11.2005 19:56

ogkempf
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Zitat:
Original von Steamboat
Protest hatte ich nun eigentlich eher bezüglich Cunego erwartet.


Nö, da stimme zumindest ich dir 100% zu. Auch wenn er natürlich im Endeffekt für den Durschschnittsfahrer eine Bombensaison hatte, hat man von Cunego einfach mehr erwartet.




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24.11.2005 20:48

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Achtung

Ich fand Mazzoleni vor allem bei der Tour unheimlich gut.

Allerdings würde ich Francisco Vila nicht zu den Verlierern zählen. Er hat zwar keine Top-Resultate erziehlt und war bei der Vuelta nur mäßig unterwegs, doch zum Beispiel beim Giro ist er ein super Rennen gefahren. Neben Cunego war er der einzige Lampre-Fahrer, der Simoni noch wirklich lange in den Bergen unterstützen konnte. Wenn ich mich da an den Stelvio erinnere...


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