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Zum Ende der Seite springen Der Mann mit der Vogellunge
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 Der Mann mit der Vogellunge Bugno 25.05.2007 14:30
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25.05.2007 14:30

Bugno
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Text Der Mann mit der Vogellunge

Schlechtgelaunt wachte Frank Pospischil auf. Es war ein dezembergrauer Wintermorgen. Frank sah auf die Uhr des Radioweckers neben seinem Bett: 9:45. Frank wußte, dass er aufstehen sollte, um trainieren zu gehen, doch blieb er liegen.

Er dachte zurück an die letzte Saison, die erfolgreich und gleichzeitig nicht erfolgreich gewesen war. Er hatte den österreichischen Marathonrekord auf unter 2:10 gesenkt, doch war er noch weit entfernt vom Olympialimit für Peking von 2:08:30, und die Kenianer liefen sowieso in einer anderen Liga, meilenweit voraus.

Nur um etwas zu tun, schaltete Frank den Radio ein. Auf Österreich 1 lief gerade eine Sendung über Dinosaurier und ihre Nachkommen, die Vögel. "Eine Vogellunge kann der Luft um 100% mehr Sauerstoff entziehen als eine menschliche Lunge", sagte der Sprecher gerade. Plötzlich war Frank hellwach! Eine Vogellunge!!

Sofort stand er auf und schaltete den Computer ein, um auf wikipedia nachzusehen.

(Fortsetzung folgt)




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25.05.2007 17:58

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Anscheinend arbeitet eine Vogellunge wirklich effizienter als eine Säugetierlunge, weil sie durch die Luftsäcke auch beim Ausatmen der Luft Sauerstoff entzieht, erfuhr Frank auf seiner Suche im Internet. Wäre es vielleicht möglich, auf gentechnologischer Basis Vogellungengene ins menschliche Erbgut einzubauen? Das müsste ja einen enormen Leistungsvorsprung ergeben, wenn das möglich wäre ...

Frank beschloß, seine alte Schulfreundin Toni zu diesem Thema zu befragen. Toni arbeitete im Biologiezentrum St.Marx in der Genforschung. Sie schien erfreut, als sie Franks Telefonat erreichte. Sofort stimmte sie zu, als Frank vorschlug, sich noch am selben Abend zu treffen. "Warum gehen wir nicht ins Webster, das ist nicht weit von meiner Arbeit? Sagen wir, um 6 Uhr?" "Ausgemacht", sagte Frank, "Bussi, bis später!".

Erleichtert, dass er die Dinge in Gang gebracht hatte, zog er sich die Laufschuhe an und fuhr zur Prater-Hauptallee, um sein heutiges Training zu absolvieren.

(Fortsetzung folgt)




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25.05.2007 18:48

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Wie es seine Gewohnheit war, war Frank 10 Minuten zu früh im Webster. Der Besitzer des Lokals, Paul, mit dem Frank per Du war, hatte diesen Namen gewählt, weil sein größtes Idol der Jazzsaxofonist Ben Webster war. Doch mittlerweile war das Webster vor allem von Studenten und jungen Forschern frequentiert, und Jazz-Musik wurde nur mehr spätabends gespielt, wenn die jungen Erfolgreichen in Richtung Innenstadt abgezogen waren und nur mehr die Bar-Hocker und die Verliebten im Lokal zurückblieben.

Frank fand einen kleinen Tisch und bestellte einen grünen Tee. Toni .... Frank erinnerte sich an die Maturareise, zehn Jahre war es jetzt her. Auf einer griechischen Insel hatte es sich nach einer durchzechten Nacht ergeben, dass Toni und Frank dann noch alleine zum Strand hinuntergingen. Eins ergab das andere, und es wurde eine unvergessliche Nacht. Den Sonnenaufgang sahen sie von einer Klippe aus, doch sie konnten sich nicht mehr in die Augen sehen, irgendwie war das ganze zu heiß, zu gefährlich gewesen. Ohne viel darüber zu sprechen, kehrten sie beide zu ihren jeweiligen Freunden zurück.

Seither sahen sie sich nur noch selten, vielleicht ein, zweimal im Jahr. Doch wenn sich Frank jetzt zurückerinnerte, dann war diese Nacht wohl die glücklichste seines Lebens. Frank seufzte, dann nahm er einen Schluck von seinem Tee.




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25.05.2007 20:08

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Wenige Minuten später betrat Toni das Lokal. Wenn man sie in ihrem Laborkittel sah, ungeschminkt, mit zurückgebundenen Haaren, dann konnte man es sich nur schwer vorstellen, wie umwerfend sie aussehen konnte mit ihrem offenen, schwarzen Haaren. Alleine ein Blick in ihre grünen Augen konnte bei einem heterosexuellen Mann einen Blutstau auslösen. Heute trug sie nur eine Jeans und ein Sweatshirt, doch auch darin sah sie atemberaubend aus. Frank fühlte ein gewisses flaues Gefühl in seinem Magen.

"Gut siehst du aus!" begrüßte er Toni. "Alles in Ordnung im Frankenstein-Land?!". Er liebte es, sie mit ihrem Beruf zu necken. "Mein Marathon-Mann!" erwiderte sie, "Läufst du mir heute eh nich davon!?". Sie lachten. Im Nu hatte sich wieder die Leichtigkeit ergeben, die manchmal da war bei den Treffen von Frank und Toni. Sie bestellten beide eine der berühmten Webster-Salate, die in einer riesigen Schüssel gebracht wurden. Frank aß seinen Salat wie immer ohne Dressing, ohne Essig, Öl oder Salz. "Ich verstehe nicht, wie du das so herunterbringst", sagte Toni. "Ich habe eben einen Sportler-Magen", erwiderte Frank scherzhaft.

Toni erzählte ein bisschen von ihrer Arbeit, die gerade darin bestand, in bestimmte Pflanzen Gene einzubauen, die Resistenz gegenüber gewissen Giften erzeugten, um so die Unkrautvernichtung zu ermöglichen. Ganz verstand sie Frank zwar nicht, doch bald hatte er Gelegenheit, seine Frage zu stellen.

(Fortsetzung folgt)




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25.05.2007 21:34

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

"Bist du denn von allen guten Geistern verlassen?" ereiferte sich Toni, als ihr Frank von seinem Plan mit dem Vogellunge-Gen erzählte. "Wir haben zwar die entsprechenden Genome schon entschlüsselt, doch niemand weiß zur Zeit genau, welcher Genabschnitt was bewirkt und welche Wechselwirkungen bestehen. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es schlichtweg unverantwortlich, irgendetwas beim Menschen zu versuchen!"."Ach komm, Toni", sagte Frank, "ihr habt doch schon entschlüsselt, wie das Genom ausschaut. Das kann doch nicht so schwer sein!". Toni stand auf. "Weißt du was, Frank? Du bist vollkommen verrückt! Bei so etwas mache ich garantiert nicht mit!". "Setz dich doch wieder, das war doch nur ein Scherz!". Ungläubig sah sie ihn an, dann lachte sie und nahm wieder Platz.

"Was machst du heute noch, Frank? Ich gehe in den Volksgarten, ein bisschen abshaken!" "Nein, die ganzen Teenager sind zu jung für mich, ich geh ins Porgy, da spielt heute Max Nagl!" "Na gut", sagte sie, "ich muss gehen, man sieht sich, Bussi!"

Frank blieb allein am Tisch zurück. "Paul, noch einen Tee, bitte".

(Fortsetzung folgt)




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26.05.2007 10:16

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Doch Toni hatte Frank genug gesagt. Für ihn war klar, dass es nur diesen Weg gab, um endlich wirklich erfolgreich zu sein. Und er wußte auch schon, was er als nächstes machen würde: bei einem Fest von Toni hatte er einen jungen Gentechniker kennengelernt, der vor Ehrgeiz nur so brannte: Martin war sein Name, Dr.Martin Kronenberg. Martin war bestimmt ambitioniert und skrupellos genug, da mitzumachen. Wissenschaftsgeschichte zu schreiben und berühmt zu werden, das war sein Traum. Und Frank konnte ihm dabei helfen. Er beschloß, Martin zu kontaktieren.

Wie der Zufall so wollte, kam ihm genau in dem Moment, wo Frank das Webster verlassen wollte, Martin entgegen. Martin arbeitete immer länger als alle anderen. "Hallo", begrüßte ihn Frank, "kommst mit ins Porgy?". "Gute Idee!", meinte Martin, der auch Jazz-Fan war. Im 74A, auf dem Weg ins Lokal, erzählte Frank Martin von seinem Plan. Martin war skeptisch "Möglich ist das, aber auch sehr gefährlich, weil niemand weiß, was genau passieren kann." "Ich stelle mich zur Verfügung. War es nicht immer dein Traum, am Menschen Genexperimente durchzuführen?" "Lass mir übers Wochenende Zeit, darüber nachzudenken, ob und wie das gehen kann.", meinte Martin. "Und jetzt lass uns den Abend genießen!"

Das Max-Nagl-Konzert war sehr intensiv, und nach ein paar Bier war Martin innerlich schon entschlossen, Frank bei seinem Plan zu helfen.

(Fortsetzung folgt)




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26.05.2007 12:32

Ocaña
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Weiter bitte. smile




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"You can easily tell a Northener: he/she feels guilty doing nothing. Even doing nothing for them is programmed, labeled, and has to be learned using some Yoga instructor."
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26.05.2007 14:04

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Das Wochenende verlief für Frank sehr gut. Er hatte das Gefühl, all seine Frustration in sein Laufen stecken zu können, und so machte er viele Kilometer. Er wußte, die kommende Saison würde entscheidend sein, ob er den Durchbruch schaffte oder scheitern würde. Das gab ihm zusätzliche Motivation.

Am Montag rief er Martin an. "Ich mache mit", sagte der. Frank atmete erleichtert auf! Endlich ein Plan, aus seiner Lage herauszukommen! "Es gibt nur ein Problem", sagte Martin, "wir müssen mit Stammzellen arbeiten, und das ist in Europa praktisch unmöglich wegen der Ethik. Bist du flexibel genug, für zwei Monate nach China zu gehen?" "Trainingslager bei Do-Ping!", rief Frank aus, "das wollte ich immer schon im wirklichen Leben machen!". Er lachte. "Gut", sagte Martin "ich bereite alles vor, nach Weihnachten fliegen wir. Ich kenne ein Spital in Peking, dort habe ich einige Zeit in der Forschung mit Stammzellen gearbeitet. Ich kenne den Chefarzt, dort kann ich das Labor benutzen. Ich werde dann eine Woche bei dir bleiben, die Stammzellen-Kur machst du dann alleine!"

"Okay", meinte Frank, "was kostet mich das Ganze?" "Rechne mit 20.000 Dollar", antwortete Martin. Frank seufzte. Er würde seinen geliebten Celica verkaufen müssen! Aber vielleicht fand sich ja nächstes Jahr ein Sponsor, der ihm ein Auto zur Verfügung stellen würde. "Wir machen es!", ließ er Martin wissen.




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26.05.2007 21:14

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Weihnachten verging für Frank sehr langsam. Mühsam war der Besuch bei seinen Eltern, die ihn noch mit seinem Taufnamen "Franz" ansprachen. "Frank" wurde er erst in der Oberstufe, ein Spitzname, der ihm von seinen Mitschülern gegeben wurde aufgrund seiner Sinatra-Verehrung und weil er eine Zeitlang im Anzug und mit Hut in der Schule auftauchte. Seine Eltern konnten nicht verstehen, dass er für das Laufen alle Sicherheit aufgegeben hatte, und machten sich Sorgen um die Zukunft ihres Sohns. "Franz, willst du denn nicht wenigstens halbtags arbeiten gehen?", fragte sein Vater zum wiederholten Mal. Wieder einmal musste Frank ihnen darlegen, dass es sich mit Sporthilfe und Sponsorengeldern ausging, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

"Aber was machst du, wenn du mit dem Laufen aufgehört hast?", fragte seine Mutter sorgenvoll. "Das überlege ich mir, wenn es soweit ist!", sagte Frank. Er war froh, als Weihnachten vorbei war, und die Aussicht auf die China-Reise versetzte ihn dann doch in gute Stimmung.

Martin hatte ihm erklärt, was er vorhatte: zuerst würden in die Stammzellen Teile von Vogel-DNA eingebaut, dann würde Frank in einer 8-wöchigen Kur damit behandelt. Gemeinsam fuhren sie zum Flughafen Schwechat.

(Fortsetzung folgt)




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27.05.2007 10:22

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Die Zeit in China war nicht leicht für Frank. Die Injektionen waren schmerzhaft, und nachdem Martin abgereist war, gab es kaum jemanden, mit dem er sich unterhalten konnte. Natürlich gab es da die Ärzte und die Krankenschwestern im Spital, doch deren Englisch war nicht sehr gut. Die anderen europäischen Patienten waren zumeist schwer krank und erhofften sich von der Stammzellen-Therapie eine Art von Wunderheilung, hatten dafür ihre letzten Ersparnisse zusammengekratzt. Frank fand das alles sehr deprimierend. Der einzige Trost, wie immer, war das Laufen. Frank hatte so schon halb Peking erkundschaftet, er hatte immer einen Zettel dabei, in der die Adresse des Spitals aufgezeichnet war, und mehr als einmal mußte er sich von einem der spottbilligen Taxis zurückbringen lassen.

Frank war froh, als die 8 Wochen zu Ende waren. Als er wieder zurück in Wien war, nahm er sein Training wieder auf. Körperlich spürte er noch keinen Unterschied zu vorher. Er sprach mit Martin darüber. "Es dauert einfach seine Zeit, bis sich die Zellen durch neue Zellen ersetzen", sagte der. "Und wann wissen die Zellen eigentlich, das es genug ist, sich zu verändern?" fragte Frank. "Das werden wir dann sehen", meinte Martin kryptisch.

(Fortsetzung folgt)




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27.05.2007 19:51

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Franks erster großer Saisonhöhepunkt war der Wien-Marathon Mitte April. Da hatte er vor, das Limit für die im Sommer stattfindenden Olympischen Spiele in Peking zu erbringen. Im Training ging es jetzt immer besser. Doch Frank verzichtete absichtlich auf sportmedizinische Tests, um nicht durch veränderte Werte Aufmerksamkeit zu erregen. "Ich möchte diese Saison ganz nach meinem Gefühl trainieren, Erfahrung habe ich ja genug", ließ er den Verbandstrainer wissen. Er spürte, dass er es jetzt in sich hatte, das Olympialimit zu erbringen.

Dennoch überließ er in der Vorbereitung nichts dem Zufall. Als Schrittmacher engagierte er den jungen Kenyaner George Samsa. Dieser hatte ähnlich wie Frank eine persönliche Bestzeit von 2:10 und sollte die ersten 30 km ein Tempo einschlagen, das genau in die Marschtabelle fürs Olympialimit passte.

In den österreischischen Medien gab es für den Marathon mehr Aufmerksamkeit als in den Jahren zuvor. Zum ersten Mal seit Jahren schien es möglich, dass ein Österreicher den Wien-Marathon gewann. Frank musste in der Woche vor dem Marathon viele Interviews geben, und in jeder Tageszeitung und in jedem Magazin erschienen ausführliche Vorberichte. Wie immer würde das österreichische Fernsehen das Rennen in voller Länge übertragen.

(Fortsetzung folgt)




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28.05.2007 10:41

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Schließlich war der große Tag gekommen. Die Veranstalter hatten bei der Streckenplanung darauf gesehen, dass ein möglichst schnelles Rennen möglich war, und hatten die windempfinglichen Donauquerungen weggelassen. Im Prinzip ging es ganze Zeit flach das Wiental und den Donaukanal entlang, dann in den Prater, das Finale würde traditionell über die Ringstraße führen mit der Ankunft am Heldenplatz. Frank war vor dem Rennen vollkommen ruhig und gelassen, weil er wusste, dass er mit der derzeitigen Form locker das Rennen gewinnen könnte. Martin würde ihn auf einem Mountainbike als persönlicher Betreuer begleiten.

Vom Startschuss weg war es ein schnelles Rennen. Auch der Veranstalter hatte Schrittmacher engagiert, die für die ersten 20 Kilometer das Tempo machen sollten. Und es lief alles wie geschmiert. Als der offizielle Tempomacher ausstieg, übernahm Samsa das Tempo. Wie ein Metronom lief er Kilometer um Kilometer, und außer Frank konnte niemand mithalten. Zu zweit liefen sie dem Feld weit voraus. Bei km 30 bedeutete Frank dem Kenyaner, dass er jetzt aussteigen könne, doch der schüttelte nur kurz den Kopf und lief weiter. "Na gut, vielleicht hat er noch 2 Kilometer in den Beinen, ich lasse ihn machen", dachte Frank, der mit Leichtigkeit lief. Doch auch bei Kilometer 35 war Samsa noch vorne. Was war da los?

(Fortsetzung folgt)




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28.05.2007 19:27

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Frank verstand den Kenyaner nicht. Wieso machte der noch immer Tempo? Schließlich begriff er: das eingeschlagene Tempo war für den talentierten Läufer nicht zu schnell, sondern zu langsam! Wenn Frank das Rennen gewinnen wollte, dann mußte er Samsa attackieren! Bei km 37 ging er so an Samsa vorbei, und sofort war ein Abstand da. Er lief so, wie er sein Leben lang noch nicht gelaufen war, mit einer Leichtigkeit, die er nicht kannte, die ihn selbst überraschte, aber er fühlte sich so gut, so stark! Der mitradelnde Martin stellte mit Erschrecken fest, dass Frank Kilometerzeiten von weniger als 3 Minuten lief. "Du bist zu schnell, das wird noch eine Jahresweltbestzeit!", rief er Frank zu.

Frank lief wie in einem Rausch. Er verstand fast nichts von Martins Zuruf, nur "schnell" und "Jahresweltbestzeit". Konnte das sein? Dass er so schnell war? Entsetzt begriff Frank, dass er sich von seinen Emotionen davontragen hatte lassen. Wenn er zu schnell wäre, würde das verdächtig wirken. Er blickte sich um. Samsa lief etwa 100 Meter hinter ihm, schon auf der Ringstraße. Km 40 war gerade erreicht. Frank verlangsamte, täuschte einen Schwächeanfall vor, ließ sich ein Getränk reichen. Er schnitt Grimassen für die begleitende Kamera. Die Zuschauer, die in diesem Jahr besonders zahlreich gekommen waren und bei der Oper schon in Fünferreihen standen, hielten kollektiv den Atem an. Dann brach eine Welle der Anfeuerung los: "Franky, Franky, Franky!" schallte es in einer von Frank noch nie gehörten Intensität.

(Fortsetzung folgt)




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29.05.2007 11:33

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Das gab Frank die Gelegenheit zu weiterem Schauspielern. Während die Begeisterungsstürme weitergingen, ließ er sich weiter zurückfallen, behielt aber die Uhr auf dem vorausfahrenden Elektroauto genau im Auge. Die Intensität der Anfeuerungen gab ihm die Information, wie weit Samsa noch hinter ihm zurücklag. Mit gesenktem Kopf ließ sich Frank einholen und heftete sich mit gespielter Mühe an die Fersen des Kenyaners. Dann attackierte er wieder, hielt den Vorsprung auf Samsa aber nur bei 10 Metern. Er wußte, der Kenyaner würde einen Zielsprint versuchen. Die Anfeuerungen waren mittlerweile ohrenbetäubend. Dann kam der Angriff von Samsa, als sie von der Ringstraße zum Heldenplatz einbogen.

Frank tat so, als müsste er seine letzten Kräfte aktivieren, und in den letzten 100 Meter ging er unter dem Jubel der Zuschauer an Samsa vorbei und lief als erster über die Ziellinie. Die Zeit war 2:07:50. Er hatte das Olympialimit geschafft! Die Reporter überschlugen sich vor Enthusiasmus, die Fotografen und Journalisten stürmten auf Frank ein. Bei der Siegerrunde wurde "My Way" gespielt. Frank war am Gipfel seiner sportlichen Karriere, und er genoß jede Sekunde davon. Für zwei Tage lang war er Österreichs Gesprächsthema Nr. 1. Es fand sich auch ein Sponsor, der Frank "den Weg nach Peking ebnen" wollte

(Fortsetzung folgt)




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29.05.2007 23:42

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Endlich hatte Frank wieder ein Auto. Der neue Sponsor hatte im einen Citroen C4 Picasso zur Verfügung gestellt, das Fahrzeug war in dem auffälligen Rosa lackiert, das man auch auf Skispringerhelmen sehen konnte. "Wir unterstützen Frank Pospischil auf seinem Weg nach Peking", stand auf dem Wagen außerdem. Als Frank nach einem Trainingslauf zum Wagen zurückkehrte, bogen sich seine Clubkollegen vor Lachen. Ein Scherzbold hatte das "Pospischil" so modifiziert, das nur mehr "Popschil" zu lesen war. Der Name "Popscherl-Mobil" für den Wagen war geboren.

Frank mochte das Popscherl-Mobil vor allem deshalb, weil sich die hinteren Sitze in eine Liegelandschaft umbauen ließen. Zusammen mit den verdunktelten Scheiben ergab das eine ideale Spielwiese. Frank hasste es nämlich, sein Bett mit jemandem zu teilen und konnte dann nicht schlafen. Also kam ihm das Popscherl-Mobil gerade recht. Frank konnte gar nicht glauben, wie beliebt er jetzt beim anderen Geschlecht war. Wenn er in einer Disko begrüßt wurde, dauerte es keine 5 Minuten, bis sich ein Mädchen fand, das mit ihm mitkommen wollte. Auch nach dem Training tauchten oft "zufällig" Läuferinnen neben dem Citroen auf, die eine Runde mit dem Popscherl-Mobil drehen wollten. Frank begriff zwar nicht, was in den Köpfen dieser Frauen ablief, aber er genoß es. Der schwarze Dachhimmel des Popscherlmobils, wo er die Mädels immer mit einem weißen Lackstift signieren ließ, war bald vollgeschrieben mit Autogrammen.




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30.05.2007 14:20

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Doch es gab auch Schattenseiten. Immer öfter litt Frank unter Kopfschmerzen. Martin meinte, dass konnte davon kommen, dass sein Blut zu dickflüssig würde und zeigte ihm, wie er sich Serum injizieren konnte, um das Blut zu verdünnen. Etwa alle zwei Wochen brauchte er so eine Spritze.

Auch aus China kamen schlechte Nachrichten. Martin hatte erfahren, dass die Chinesen etwas von dem "Zaubertrank" abgezweigt hatten und aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Athleten so präparierten. Zwar war der beste Chinese, U Leh, nicht einmal unter den besten 50 der Weltrangliste, doch als Chinese war er für den Olympiamarathon qualifiziert.

Dafür ging es Frank beim Laufen so gut wie nie. Er stellte fest, dass er Kilometer um Kilometer in 2:45 laufen konnte, und nahm daraufhin beim Leichtathletik-Meeting von Lausanne am 10.000 Meter-Lauf teil, wo er sich zur Überraschung vieler auch in dieser Disziplin für die olympischen Spiele qualifizerte.




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31.05.2007 14:54

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Mitte Mai stellte Frank fest, dass er seitlich an der Brust, unter den Armen, auf beiden Seiten kleine Dippel hatte. Diese wurden immer größer und beunruhigten ihn, sodass er mit Martin darüber sprach. "Das sind wahrscheinlich die ersten Anzeichen, dass da Luttsäche zu wachsen beginnen, die ja die Vogellungen auszeichnen.", meinte Martin. "Was können wir da tun?", fragte Frank. "Die können wir nur operativ entfernen lassen, aber in Österreich geht das nicht. Die würden eine Biopsie machen und vielleicht etwas verdächtiges finden. Ich werde schauen, dass ich einen Schönheitschirurgen in den USA finde, der das diskret handhabt", sagte Martin. "Gut dass du den Bonus für die 10.000 Meter-Qualifikation bekommen hast, das Geld kannst du jetzt gut brauchen für die Operation und den Flug!". Frank seufzte. Viel von seinen Prämien würde ihm da ja nicht übrigbleiben.

Bald war ein Chirurg gefunden, und Frank buchte einen Flug nach Miami. Die Beulen waren mittlerweile so groß, dass er die Arme nicht mehr anlegen konnte.




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01.06.2007 14:59

Bugno
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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Im Flugzeug nach Miami tippte ihm jemand kurz auf die Schulter. Frank sah auf, es war ein Mann in Uniform. "Hallo, ich bin Dieter Haumer, der Co-Pilot. Ich habe gesehen, dass Sie auf der Passagierliste stehen. Ich war ja selbst früher Sportler". Frank erinnerte sich. Natürlich, Dieter Haumer, der Glocknerkönig und Österreichrundfahrtsieger! In seiner Kindheit hatte er oft die Berichte darüber im Fernsehen gesehen. "Wie geht es dir?", verfiel Frank in den unter Sportkollegen übligen Duz-Jargon. "Gut, laß uns doch kurz an die Bar gehen". Sie stiegen in den Oberstock der Boeing 747.

Dieter Haumer erzählte Frank, wie er als Amateur viel gewonnen hatte, aber nach kurzer Zeit bei den Profis entsetzt über den Ausmaß an Dopingpraktiken das Fahrrad an den Nagel gehängt hatte. "Ich liebte diesen Sport, und ich liebte den Wettbewerb", sagte Haumer. "Aber um wettbewerbsfähig zu sein, hätte ich dopen müssen. Ich nehme an, Doping ist ja im Laufsport nicht so stark verbreitet?" "Natürlich nicht", log Frank, "ich fahre nur in die USA, um Leistungsdiagnostik zu machen und meine Trainingspläne zu überprüfen".

Nach dem Flug war Frank sehr nachdenklich. Er war beeindruckt von Haumers Charakter, dass der so konsequent gewesen war. Er fühlte sich schlecht, weil er selbst so schwach war.

Die Operation in Miami war ein voller Erfolg, und auch die Narben waren bald verheilt. Frank kehrte nach Österreich zurück. Mittlerweile brauchte er schon einmal täglich seine "Dusche", wie er die Serumsinjektionen nannte.




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02.06.2007 10:54

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Die olympischen Spiele kamen immer näher, und bald war es Zeit für die Reise nach Peking. Da Frank jetzt schon alle 6 Stunden eine "Dusche" brauchte, war das logistisch etwas schwierig. Er buchte den Flug mit Zwischenstops in Dubai und Singapur, und schickte Päckchen mit Plasma und Spritzen an die jeweiligen Flughäfen zur Abholung, um sich dort "duschen" zu können. Auch nach Peking schickte er einen großen Vorrat voraus. Martin würde aber in Wien bleiben.

Die Anreise verlief planmäßig. Das ÖOC hatte ihm als Starathleten ein Zimmer in einem Hotel gebucht, so hatte er eine angenehme Unterkunft in Peking. Gleich am Eröffnungstag der Spiele, in einer Woche, würde der Marathon stattfinden.

Der China-Blues hatte Frank wieder. Er war ja auch kein Trottel. Die immer kürzer werdenden Intervalle für seine "Duschen" sagten ihm, dass er es nicht mehr allzulange machen würde. Er überlegte bei sich, war ihm noch im Leben fehlte. Dann rief er Toni an.




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02.06.2007 14:23

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RE: Der Mann mit der Vogellunge

Toni war entsetzt, als sie von Frank hörte, was passiert war. Die beiden hatten sich seit dem Treffen im Webster nicht mehr gesehen, denn Frank hätte ihr nicht in die Augen sehen können und sie nicht anlügen können. "Ich brauche dich jetzt, Toni", sagte Frank. "Okay, dann komme ich", ließ ihn Toni wissen. Sie buchte ihren Flug nach Peking und dann rief sie Martin an. "Was hast du getan, du Wahnsinniger?", herrschte sie ihn an. "Ich habe nur das getan, was Frank wollte. Ich habe ihn auf die Risken aufmerksam gemacht. Er wollte es so." Toni seufzte, Martin hatte wohl recht. "Welche Chancen hat er noch?" fragte sie Martin. "Nach den olympischen Spielen will ich, dass Frank in China bleibt. Dann machen wir noch eine Kur mit normalen Stammzellen, ich hoffe, dass der Prozess reversibel ist." "Ich fahre jetzt zu ihm", sagte Toni. Martin bat sie um eine Sache: "Bitte mach ihm keine Vorwürfe. Mach ihm die Zeit so angenehm wie möglich". Aber Toni hätte das sowieso vorgehabt.

15 Stunden später war sie in Peking.




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