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Geschrieben von Andorra97 am 24.10.2011 um 15:26:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von panni
Der Fall Schumacher liegt allerdings, wie bereits erläutert, völlig anders als die Fälle Klöden und Ullrich.


Ich verstehe schon was Du meinst und stimme Dir auch zu, das die Fälle unterschiedlich sind, aber das konnte die Staatsanwaltschaft doch nicht VOR den Ermittlungen wissen? Und für mich klingt es so, als wärst Du dieser Meinung.



Geschrieben von panni am 24.10.2011 um 17:37:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von Andorra97
Ich verstehe schon was Du meinst und stimme Dir auch zu, das die Fälle unterschiedlich sind, aber das konnte die Staatsanwaltschaft doch nicht VOR den Ermittlungen wissen? Und für mich klingt es so, als wärst Du dieser Meinung.


Richtig, aber......

Bei JU handelte es sich nun mal um einen sehr bekannten Sportstar, jemand mit dessen Namen man sich selbst auch ins Rampenlicht befördern konnte. Für irgendeinen x-beliebigen Radrennfahrer, nehmen wir doch mal Schumacher, hätte keine StA Deutschlands, wohlgemerkt bei der selben Ausgangslage wie der JU´s, auch nur einen Finger gekrümmt. Ich denke ein Anfachtsverdacht Augenzwinkern , dass JU Opfer staatsanwaltschaftlicher Profilierungssucht wurde, ist durchaus gerechtfertigt. Das ist einer meiner Vorwürfe an Apostel & Co.

BTW: Spätestens seit dem Fall Kachelmann habe ich mehrfach Kritik vernommen, wonach Staatsanwälte immer öfter versuchen mittels Promi-Fällen sich selbst den Promi-Status zu "verdienen".



Geschrieben von blaireau am 24.10.2011 um 18:09:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von panni
.. dass JU Opfer staatsanwaltschaftlicher Profilierungssucht wurde, ist durchaus gerechtfertigt.

Naja, mit seinen geleugneten Kontakten zu und Bezahlungen an Fuentes, den Blutbeuteln die er dort lagerte etc. darf man schon sagen, dass er selber recht aktiv dafür gesorgt hat in ein schiefes Licht zu geraten.

Die StA konnte ja nicht wissen, wie organisiert und skrupellos bis in saatliche Institutionen das Doping-Geschäft schon läuft. Selbst wir waren ein bisschen erstaunt, nein?



Geschrieben von panni am 24.10.2011 um 20:50:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Geleugnet hatte er ganz am Anfang einmal, als er überraschend damit konfrontiert worden war, dass er Fuentes kenne. Später, nachdem er sich mit seinen Anwälten beraten hatte und von ihnen instruiert worden war, hat er gar nicht mehr konkret über eine mögliche Verwicklung gesprochen und falls überhaupt dann ausweichend auf diesbezügliche Fragen geantwortet. Über Blut bei und Zahlungen an Fuentes hat er sich meines Wissens überhaupt nicht geäußert, weder in der Öffentlichkeit noch gegenüber der StA.



Geschrieben von kuestentanne am 24.10.2011 um 22:26:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Betrug an sich ist ja ein Offizialdelikt, d.h., die Staatsanwaltschaft muss von Amts wegen ermitteln, wenn sie davon Kenntnis erlangt und ein Anfangsverdacht gegeben ist.

Und nicht jeder weiß, was für ein Dopingsumpf der (Rad)sport ist.
Ins Rampenlicht hat sich der Herr Apostel dann doch recht gerne begeben, auch wenn man bedenken muss, dass bei dem Medieninteresse die StA auch von den Journalisten belagert wurde.

Apostel hätte durchaus schneller klar werden können, dass in dem Fall nicht alle Tatbestandsmerkmale erfüllt waren.

Kachelmann und die Staatsanwaltschaft Mannheim ist noch ein gänzlich anderer Fall, denn letztere ist ja für eigenartiges Vorgehen berüchtigt.



Geschrieben von gehlhajo am 25.10.2011 um 08:46:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von kuestentanne
Kachelmann und die Staatsanwaltschaft Mannheim ist noch ein gänzlich anderer Fall, denn letztere ist ja für eigenartiges Vorgehen berüchtigt.


Trotzdem: Als ich den Fall Kachelmann in den Medien mitbegleiten musste, fühlte ich mich sofort an Apostel und JU erinnert. In beiden Fällen wurde mit schöner Regelmäßigkeit Akteninhalte der Bildzeitung zugespielt und von den Staatsanwälten zum Teil süffisant kommentiert. Im Nachgang erscheint die Verpflichtung von Schwenn durch JU nur konsequent.



Geschrieben von blaireau am 25.10.2011 um 09:36:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von panni
Zahlungen an Fuentes hat er sich meines Wissens überhaupt nicht geäußert, weder in der Öffentlichkeit noch gegenüber der StA.

So richtig geheim war die diesbezügliche, eidesstattliche Erklärung aber nicht, oder? Hat dann halt auch nicht funktioniert ...



Geschrieben von panni am 25.10.2011 um 10:02:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

@gehlhajo

Mir ging es genauso. Durch den Fall Kachelmann wurde auch ich sofort an JU´s Fall erinnert. Und dabei war der "Informationsfluss" während der Ermittlungen nur ein Teil dessen was JU ertragen musste. Beschwerden der Anwälte wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte wurden mit einem "begründeten öffentlichen Interesse" erklärt und so vom Tisch gefegt. Apostel & Co haben sich regelrecht gesuhlt in der öffentlichen Degradierung JU´s.

Der eigentliche Skandal kam dann aber etwas später. Franke befand sich mit JU noch im Rechtsstreit. Ich gehe mal davon aus, dass die Aushändigung der Akten der StA Bonn an Franke, die für diesen Rechtstreit relevant waren, rein rechtlich gesehen in Ordnung war. Plötzlich landeten aber Auszüge daraus, selbstverständlich gezielt ausgewählt danach dass man JU damit einen weiteren Tiefschlag versetzen kann, in der Presse. Wie konnte es z. Bsp. sein dass bestimmte Stellen in diesen Akten, so z. Bsp. JU´s Gehalt, seine anderweitigen Einkünfte, oder auch dass er bei Designer X für den Betrag Y ein Geschenk für seine Frau gekauft habe, also das was für Frankes Prozess keinerlei Relevanz besaß, nicht geschwärzt worden war? IMO handelt es sich hierbei ganz eindeutig um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten.


BTW: Wenn ich mich recht erinnere wollten JU´s Anwälte dagegen vorgehen. Es würde mich mal interessieren, ob und mit welchem Erfolg sie das getan haben.



Geschrieben von panni am 25.10.2011 um 10:27:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von blaireau
Zitat:
Original von panni
Zahlungen an Fuentes hat er sich meines Wissens überhaupt nicht geäußert, weder in der Öffentlichkeit noch gegenüber der StA.

So richtig geheim war die diesbezügliche, eidesstattliche Erklärung aber nicht, oder? Hat dann halt auch nicht funktioniert ...


Ich verstehe nicht so richtig was du meinst. In der EV ging es weniger um den Betrag, sondern vor allem um die Dopingmittel die JU sich, so die Behauptung Frankes, bei Fuentes beschafft haben soll. Franke hat zwar den Rechtstreit gewonnen weil das Gericht zwischen Dopingmitteln und Dopingmethoden keinen Unterschied zulassen wollte, aber mehrfach eine Abfuhr wegen der vermeintlich wahrheitswidrigen EV erhalten. Selbst wenn es ein Gericht in einem zivilrechtlichen Verfahren bei der Formulierung öffentlich erhobener Vorwürfe nicht so genau nimmt, so ist eine EV eine ganz andere Baustelle, denn da wird der Wortlaut sehr konkret beleuchtet. JU hat durch seinen ihn im Rechtstreit mit Franke vertretenden Anwalt zwar zugegeben sich von Fuentes Blut entnehmen und es für eine Reinfusion aufbereitet haben zu lassen, die Beschaffung irgendwelcher Dopingsubstanzen jedoch bestritten. Und nichts anderes beinhaltet die EV. Logisch also dass Franke mit seinem mehrfachen Versuch, JU wegen falscher EV strafrechtlich belangen zu lassen, gescheitert ist.



Geschrieben von blaireau am 25.10.2011 um 10:37:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Zitat:
Original von panni
Zitat:
So richtig geheim war die diesbezügliche, eidesstattliche Erklärung aber nicht, oder? Hat dann halt auch nicht funktioniert ...


Ich verstehe nicht so richtig was du meinst.


Ich finds nicht schwer, das zu verstehen:

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,711821,00.html

Zitat:
Die Richter hatten festgestellt, dass Franke mit seinen Anschuldigungen recht hatte, Ullrich habe zu Dopingzwecken 55.000 Euro an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gezahlt. Eine Zahlung hatte der ehemalige Tour-de-France-Gewinner zuvor in einer eidesstattlichen Versicherung abgestritten. "Es kann doch nicht sein, dass Ullrich mit dieser Erklärung vier Jahre lang die Gerichte und mich belügt und nun ungeschoren davonkommt", sagt der Heidelberger Professor.


Franke hat das mit dem Eid sicher zu Ernst genommen. So ein Sprüchlein ist eh nichts wert, wissen wir jetzt.



Geschrieben von panni am 25.10.2011 um 11:23:

  RE: Ist Doping Betrug am Arbeitgeber?

Gut, wenn man natürlich der Darstellung des Spiegel blind vertraut, kann man, muss man aber nicht, in seiner Überzeugung, Jan Ullrich habe gedopt, bestärkt werden. Ich tue das nicht. Kurios ist allerdings, dass gerade der Spiegel mit der Offenlegung einiger Fakten aus den Ermittlungsakten der Bonner StA mir zu einem besseren Durchblick verholfen und zur Stärkung meiner Überzeugung, JU habe eben genau das nicht getan, beigetragen hat.



Geschrieben von Scorpio am 10.04.2013 um 21:51:

  RE: Schumacher positiv

aktuell findet vor dem lg stuttgart ein prozess gegen schumacher statt.
anklagevorwurf: (doping)betrug.
hintergrund: in den verträgen von gerolsteiner stand eine anti-dopingklausel.

google nennt mehre artikel zu dieser thematik.


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