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Geschrieben von Rino Albergo am 01.08.2002 um 09:00:

  aber

die amis interessiert doch der radsport überhaupt nicht ... erst die penetrant betonte verbindung zum überwundene krebsschicksal macht doch armstrong interessant als werbeträger (z.b. für die amerikanisch pharmafirma bristol-myers squibb) und symbolfigur für den kampf vs. cancer ...



Geschrieben von atreiju am 01.08.2002 um 09:32:

  Dieser Thread ärgert mich etwas

Ich weiß nicht, wer von euch hier hat Verwandte oder Freunde, die Krebs hatten und ihn überlebt haben, wer von euch stand mal in Kontakt mit Menschen, die in jungen Jahren Krebs bekommen haben und ihn bekämpft haben und gescheitert sind ???

Ich habe zwei Jahre lang relativ engen Kontakt zu einer Kinderkrebsklinik gehabt, aufgrund eines Sozialprojektes, daß wir an unserem "Round Table", bei dem ich Mitglied bin, hatten. Ich kann jedem nur empfehlen, mal so eine Klinik zu besuchen und diese Schicksale hautnah zu erleben und nachzuempfinden, was Menschen bei einer Chemo erleben und empfinden und durch welche Martyrien sie gehen.

Ich habe einen Freund, der derzeit einen Rückenmarkspender sucht, weil er an Blutkrebs erkrankt ist und es leider, nachdem die Chemo den Krebs fast besiegt hatte, dieser doch wieder ausgebrochen ist und ihm nur noch diese Spende das Leben retten kann, aber er hat nur noch ca. 12 Monate Zeit und es gibt viel zu wenig Menschen in D, die sich typisieren lassen, also bereit wären zu spenden.

Lance hatte Krebs, ursprünglich Hodenkrebs ja, aber er hatte bereits auch Tumore in der Lunge und auch im Gehirn, er hatte eine Überlebenschance von 5%. Er hat gesehen, wie Menschen, die ihm während der Krankheit ans Herz gewachsen sind, diesen Kampf nicht überlebt haben, nicht sein Glück hatten , vielleicht auch nicht die Kraft. Und sicher es gibt auch viele Menschen, die nicht diese perfekte medizinische Betreuung hatten, die er sicher bekam, allerdings andere auch, die nicht überleben.

Ich halte es für völlig normal, wenn ein Mensch, der diesen Kampf gewonnen hat, diesen nicht vergißt, sich für Menschen mit derselben Krankheit engagiert und immer wieder darauf aufmerksam macht, wobei sein Satz sich auf Englisch gewaltig relativiert.

Ich denke, es ist müßig zu spekulieren, warum er an Krebs erkrankte, welche Rolle spielt das, wenn es wirklich leistungsfördernde Mittel waren, was aber nur eine verwegene, durch nichts bewiesene Theorie ist, dann wäre es noch unwahrscheinlicher, daß er jetzt diese Mittel weiter nimmt, es widerspräche einfach jeglicher menschlicher Logik.

Das Problem an Krebs ist ja gerade, daß es eben nicht den typischen Grund für die Erkrankung gibt, daß man eben nicht sagen kann, er wurde durch genau das hervorgerufen, zumindest bei vielen Krebserkrankungen nicht (Ausnahmen vielleicht Lungenkrebs bei starken Rauchern). Einen Menschen zu verurteilen, nur aufgrund einer vagen Theorie, das halte ich für falsch, einen Menschen zu verurteilen, weil er seine erfolge nutzt, um in der Öffentlichkeit immer wieder darauf aufmerksam zu machen, daß der Kampf gegen den Krebs wichtig ist, halte ich für noch falscher.

Seit meiner Erfahrung in der Kinderkrebsklinik nutze selbst ich als Nichtbetroffener immer bei Diskussionen oder Gesprächen, die irgendwie auf das Thema Medizin/Organspende und Krebs kommen, Menschen dazu zu bewegen, sich typisieren zu lassen, sich einen Organspendeausweis zuzulegen, zur Blutspende zu gehen und zu Krebsvorsorgeuntersuchungen, auch als Mann und auch schon unter 30.

Wie erst muss ein Betroffener darüber denken und fühlen ??



Geschrieben von OgerTian am 01.08.2002 um 22:45:

 

schön daß er ein vorbild oder eher ein hoffnungsbild abgibt aber für mich sind die typen alle bis oben hin mit leistungsteigernden mitteln.

da gehört endlich mal wirklich knall hart druchgegriffen, denn es machen auch viele nach und für jugendliche sind sie keine wahren vorbilder mehr.



Geschrieben von Meatball am 01.08.2002 um 23:51:

 

ziemlich negative für einer der behauptet radsport fan zu sein. Und Jaja, gehört er nicht dazu?



Geschrieben von OgerTian am 02.08.2002 um 03:15:

 

hmm stimmt schon ich bin sehr gespalten... ich lieben ihn, fahr ja selbst sehr viel und bin dann natürlich um so mehr verhasst wenn ich immer diese dopingscheiße lesen muss..

richtig traurig, was noch schlimmer ist die verantwortlichen ahben schon aufgegeben oder urteilen überhaupt nicht objektiv, hauptsache geld fließt.

Nach außenhin gibts das doping überhaupt nicht, und wenn doch wars ein tragischer einzelfall und alle anderen sidn bestürzt.... sorry aber so was kann ich nicht mit anschauen. entweder man greift knall hart druch sperren hohe strafen (um so mehr einnahmen durch preisgelder um so höher die strafe) oder man legalisiert das ganze bis zu einem bestimmten grad. epo doping jeder kann sich bis 50 vollspritzen erwischt man ihn mit mehr cya für immer ....


reden is silber schweigen is gold..... in diesem fall aber sicher nicht .



Geschrieben von Tempodiktat am 02.08.2002 um 10:26:

  Arroganz

Na klar ärgert es (auch mich) wenn LA, den ich gar nicht auf dem Podest sehen will (hab halt auch meine Lieblinge Augen rollen ) zusätzlich zu seiner Dominanz auch noch als "Heiliger" rüberkommt. Aber mal ehrlich, er sagt was in seinem Kopf vorgeht, was sein Leben beeinflusst, die Medien greifen das mehr als dankbar auf und sie entscheiden letztlich mit welcher Gewichtung die Worte zitiert werden.
Ja, irgendwie nervt es vielleicht auf den ersten Blick, aber es ist mir allemal angenehmer als all jene, die mit bunten Worten der Welt erzählen, wie unglaublich toll und besser als alle sie sind.
LAs Interviews sind gut, er labert selten belanglos und vergreift sich auch selten im Ton. Nicht alles WAS er sagt finde ich richtig, aber WIE er es sagt is ok.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 02.08.2002 um 10:39:

  Ich sach ma

Wenn man die Interview-Qualität des US-amerikanischen Spitzensportlers LA mit der Interview-Qualität von anderen US-Spitzen vergleicht (der aktuelle Präsident, der Chef der Börsenaufsicht, der CEO von Oracle, der CEO von GM, der CEO von Microsoft ...), sind sie eigentlich noch ok. LA ist sicherlich weder dumm noch naiv, ein Eindruck, den man z.B. von JU auf Basis der Interviews und der Ereignisse der letzten Monate haben konnte. Auch einem Vergleich mit Indurain-Interviews hält er stand (hat BiBMig überhaput mal etwas gesagt?)
Der Unterhaltungswert der großspurigen Ankündigungen eines Marco Pantani oder eines Mario Cippollini hat jedoch auch einen gewissen Unterhaltungswert. By the way, die Angebersprüche von Supermario finde ich auch deutlich sympathischer als den verkniffenen Ehrgeiz eines Erich Zabel.

Sebastian

P.S.: Threadtransform war Absicht Augenzwinkern



Geschrieben von grupetto am 02.08.2002 um 13:03:

 

was ich ein bisschen zwiespaeltig an der Krebs Diskussion finde, ist dass es manchmal so dargestellt wird, als hätte LA den Krebs besiegt, weil er so stark war, so toll gekämpft hat und so einen unbändigen Willen hat - das hiesse umgekehrt nämlich, dass jemand der an Krebs stirbt, selbst mit dran Schuld ist, schliesslich häte er ja nur richtig kämpfen müssen.
geschockt
LA hat das selbst in seinem Buch geschrieben, dass er nur überlebt hat, weil er Glück hatte - und das er tolle und starke Menschen erlebt hat, die daran gestorben sind, während andere es überelbt haben.

Vor dieser Krankheiterfahrung verblasst die Bedeutung von Radrennen einfach und wird unwichtiger - aber den Sieg über die als eigenen Leistung auszugeben, bereitet mir etwas Schwierigkeiten. Aber wie gesagt - in seinem Buch tut er das auch gar nicht.



Geschrieben von panni am 02.08.2002 um 13:48:

  Lance

ist DER überragende Fahrer bei der Tour, aber trotzdem (teilweise gerade deswegen) erreicht er z. B. nicht die Beliebtheit eines Indurain. Ich glaube es macht ihn wütend, dasss ihm das nicht gelingt. Als sein Buch entstand war der Sieg über die Krankheit noch frisch in den Köpfen der Radsportfans und Medien. Lance dachte vielleicht, dass er wegen seiner großartigen Erfolge automatisch bewundert und bejubelt werden würde. Das ist nun nicht so wie er es wohl gern hätte und deswegen versucht er immer wieder seine persönliche Leidensgeschichte dafür ein zu setzen.



Geschrieben von Meatball am 02.08.2002 um 19:37:

  Beliebtheit eines...

Indurains? Das war ein andere welt. Da haben nicht jeder zeitung und selbst genannte Radsport fan die finger gezeigt und doper gerufen. Wobei LA kann mindestens behaupten sauber zu sein, Indurain nicht. Er hat das immer wieder betont das die zeiten änderen sich und mann kann so ein vergleich nicht ziehen. Wütend ist er sicher laut lachen
Ich glaub das wut steht wo anders, und zwar bei alle die es nicht haben können das er nicht posive testet. Wenn mann sein leistung erklären könnte mit Doping wären sie ja zufrieden. Sie können es aber nicht behaupten weil es kein beweis gibt und deswegen sind sie sauer.

Das LA überlebt hat ein glücksfall wäre dürft ja klar sein. Mit kämpfen kann mann vielleicht das nötig mut haben stark durch ein chemotherapie zu kommen aber mehr nicht. Das weis auch herr Armstrong, sicher besser als wir. Ich glaube der kampf dreht sich nicht um ob mann krebs "schlagen" kann oder nicht, sonst, nur mut zu haben es durchzustehen und nicht aufzugeben. Wenn mann glaubt das LA es anders meint dann täuscht man sich arg. Ich denke nicht er ist dumm, gerade das gegenteil würde ich glauben. Er gibt menschen dabei hoffnung, mehr nicht. Wieso müssen alle irgendwas anderes draus machen?



Geschrieben von muellerin am 02.08.2002 um 20:10:

  So, jetzt "hau" ich mal dazwischen:

Ich find es toll, wenn Lance als "Star" eine Stiftung gründet, um Leuten zu helfen!

Dieses Engagement ist einfach nur bewundernswert, auch wenn es derzeit von Mitarbeitern getragen wird.

Aber, warum sollte ein "Star" seinen Namen für so etwas nicht hergeben und soviel Publicity dafür machen?

Er kann den Leuten Hoffnung geben und ich weiß nur eins, sollte ich jemals an Krebs erkranken, wäre Lance der erste an den ich denken würde und mir sage, Du packst es, Du packst es.

Solche Geschichten sind auch dafür da, um Menschen, egal welcher Religion, egaler welcher Nationalität, einfach nur Mut zu machen. Und ja, man bräuchte mir nur das Buch plus Videos von Lance in so einem Falle hinzustellen und ich würde das aufsaugen.

Ich finde es einfach schlimm, wenn jede Zeile "aufgebauscht" wird, jeder Satz usw. Man kann es auch mal ein bißchen anders haben, nämlich toleranter und nicht gleich das schlimmste vermuten.

Lance kann vielen Leuten helfen, wie andere Leute helfen können, die eine "Spontanheilung" in diesem Bereich erlitten haben. Jeder, ob ein "Star" Lance oder der Normalo nebenan, könnte mir in dieser Situation helfen.

Aber, es wird immer nur das "schlechte" von einigen gesehen, nie das positive. Schade eigentlich.



Geschrieben von Herbert77MB am 03.08.2002 um 16:09:

  @Sebastian

Ich kann es ja verstehen, daß es nervt, wenn man in Amerika ständig die gleichen Zeilen liest.
Dazu kennen wir ja amerikanische Medien, die oft überziehen....
Trotzdem haben die ja nur das geschrieben, was der Wahrheit entspricht.



Geschrieben von Herbert77MB am 03.08.2002 um 16:09:

 

Was atreiju geschrieben hat ist schon recht gut.
Man kann wirklich sehr selten sagen woher Krebs kommt.
Auch Lungenkrebs muß nicht immer vom rauchen kommen, was ich
als Nichtraucher an eigener Haut erfahren musste
(das soll aber nicht als Unterstützung für Raucher verstanden
werden. Bei 90 % der Lungenkrebsfälle, kommt es tatsächlich vom rauchen).

Das jemand behauptet der Krebs von Lance komme vom Doping,
kann ja nur eine böswillige Unterstellung sein.
Hodenkrebs kommt am meisten in der Altersregion vor, in der Lance damals war.

Das Lance nicht den Krebs durch sein Willen besiegt hat, weiß er
wirklich am besten.

Es ist sicher gut, wenn man eine Kämpfereinstellung hat, aber wenn
die Krankheit zu böse ist oder zu weit ausgebrochen, nützt die ganze Einstellung nichts.


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