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Geschrieben von TEVC am 20.03.2014 um 07:15:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Naja, der KTzG hat sogar ein summa cum laude bekommen. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur Guttenberg die Arbeit nicht selbst geschrieben hat, sondern seine Professoren sie auch nicht selbst gelesen haben.


Naja. Dessen Prof ist auch mit stolzgeschwelltem Kamm über den Campus gelaufen und hat angegeben, dass der kommende Kanzler bei ihm promoviert.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 20.03.2014 um 07:17:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Original von TEVC
Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Naja, der KTzG hat sogar ein summa cum laude bekommen. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur Guttenberg die Arbeit nicht selbst geschrieben hat, sondern seine Professoren sie auch nicht selbst gelesen haben.


Naja. Dessen Prof ist auch mit stolzgeschwelltem Kamm über den Campus gelaufen und hat angegeben, dass der kommende Kanzler bei ihm promoviert.

was es nicht besser macht, eher im Gegenteil.



Geschrieben von TEVC am 20.03.2014 um 07:23:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
was es nicht besser macht, eher im Gegenteil.


My point exactly.



Geschrieben von TEVC am 20.03.2014 um 07:33:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Wir hatten an unserem Institut einen Fall, der hat seine Daten gefälscht (Erzeugung superschwerer Ionenkerne Link). Irgendwann kam es 'raus, weil seine Zerfallsreihen wohl nicht stimmten. Es geht also im Prinzip auch in der Physik.


Diese Fälle sind nicht selten. In meinem Arbeits- und Forschungsbereich (Biochemie/Zellbiologie) gibt es sehr verstörende (aber sehr glaubwürdige) Studien, die besagen dass ca. 70% aller veröffentlichten Daten auf die eine oder andere Weise manipuliert sind. Das kann relativ "mild" sein. Z.B dass ein störender Fusel, der im Mikroskopiebild ist, per Photoshop entfernt wird. Das kann schwerer werden wenn selektiv nicht repräsentative Daten genommen/verwendet/publiziert werden. Und ganz schwer: Daten die aus einem anderen Experiment kommen werden genommen um eine Hypothese zu "unterstützen". In meiner Arbeitsgruppe sind zwischen 7 und 11 Leute. Ich bilde mir ein, dass ich noch mitbekomme, was meine Doktoranden tun. Nichtsdestoweniger jagen wir alle Bilder vor Veröffentlichung durch eine Software, die Pixelmanipulationen aufspürt. Ob aber einer mal bei den Fehlerbalken dreht... "Halb so gross wäre schön...", das ist fast unmöglich nachzuvollziehen. Bitter - aber wahr. Dennoch: In den Naturwissenschaften MUSS ein Experiment wiederholbar sein. Somit sind Daten überprüfbar. Die Beweisführung in den Geisteswissenschaften ist da IMHO weitaus schwieriger.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 20.03.2014 um 08:08:

  RE: Doktorarbeiten

Eine Kurve aus meiner Doktorarbeit wurde drei Jahre später von dem Postdoc, mit dem ich zusammen gearbeitet habe, veröffentlicht, dabei waren die Fehlerbalken nur noch ein Fünftel von meiner Arbeit und die Aussage wurde deutlich prägnanter. Ich hatte mich darüber dann schon gewundert.



Geschrieben von kuestentanne am 20.03.2014 um 08:55:

  RE: Doktorarbeiten

In den Naturwissenschaften wird meiner Meinung nach am meisten dadurch getrickst, indem man nicht passende Daten einfach weglässt. Das Gegenteil von Copy/Paste also.



Geschrieben von TEVC am 20.03.2014 um 09:12:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Original von kuestentanne
In den Naturwissenschaften wird meiner Meinung nach am meisten dadurch getrickst, indem man nicht passende Daten einfach weglässt. Das Gegenteil von Copy/Paste also.


Das ist sicher richtig. Das Problem ist, dass man publizieren MUSS um funding zu bekommen. Je "höher" publiziert wird, desto höher funding probability und Ansehen. In diesem Zusammenhang ein Spitzenkommentar des aktuellen Nobelpreisträgers in Physiologie/Medizin
http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/dec/09/how-journals-nature-science-cell-damage-science



Geschrieben von Mietzekater am 20.03.2014 um 15:56:

  RE: Doktorarbeiten

Und tschüss:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/schavan-doktortitel-entzug-duesseldorf-gericht



Geschrieben von Michelin-Männchen am 20.03.2014 um 17:41:

  RE: Doktorarbeiten

Schlecht für sie, gut für den Wissenschaftsbetrieb.
SZ



Geschrieben von Pedalritter am 20.03.2014 um 23:21:

  RE: Doktorarbeiten

Zitat:
Das Gericht aber konzentrierte sich aufs Wesentliche: Hat sie nun getäuscht oder nicht? Ja. Alles andere sind Nebensächlichkeiten.


beifall



Geschrieben von Struempfi am 21.03.2014 um 06:37:

  RE: Doktorarbeiten

In Bonn (?) gab es einen Fall, dass ein Doktorand nachts die Proben im NMR vertauscht hat: Er hat behauptet, dass das Magnetfeld eine stereoselektive Reaktion bewirkt. Der Doktorvater war am Ende bereit, sein Lehrstuhl abzugeben, dass wurde aber abgelehnt, da der Doktorand dann doch erhebliche "kriminelle" Energie verwendet hat, um die Ergebnisse zu seinen Gunsten zu manipulieren.
Aber auch in der Chemie gibts genug Reaktionen, die nur in gewissen Labors funktionieren (muss an der besonderen Aura liegen).



Geschrieben von Riedberg am 12.04.2014 um 09:38:

  RE: Doktorarbeiten

Nicht schlecht !?
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/schavan179.html


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