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Geschrieben von ogkempf am 25.01.2019 um 16:11:

  Pendleton und Depressionen

http://www.cyclingnews.com/news/pendleton-reveals-she-contemplated-suicide/

Intervew (Registrierung notwendig)
https://www.telegraph.co.uk/cycling/2019/01/22/victoria-pendleton-worked-wanted-kill-just-felt-numb/

Normalerweise schlussfolgern wir ja immer recht schnell und selten fachmaennisch, dass das vom Doping kommen muss. Sieht hier wohl anders aus.



Geschrieben von Doggie am 25.01.2019 um 16:27:

  RE: Pendleton und Depressionen

Zitat:
Original von ogkempf
Normalerweise schlussfolgern wir ja immer recht schnell und selten fachmaennisch, dass das vom Doping kommen muss.

Tun wir das? Das wäre ziemlich albern.

Ich kann mich aber auch nicht erinnern.



Geschrieben von ogkempf am 25.01.2019 um 18:26:

  RE: Pendleton und Depressionen

Zitat:
Original von Doggie
Tun wir das? Das wäre ziemlich albern.


Zu Zeiten von VDB, Pantani und Chaba war das definitiv der Fall. In den beiden Faellen war das aber wohl auch etwas plausibler als jetzt.



Geschrieben von Doggie am 25.01.2019 um 21:41:

  RE: Pendleton und Depressionen

Das war vor meiner Zeit. Danke für die Präzisierung.

Vielleicht war auch gemeint, dass das Leben einer Lüge Gift für Menschen mit einer Disposition für Depressionen ist. Das wäre plausibel.

Woher es kommt, kann man eh nie vollständig klären. Genetische Disposition und Kindheitserfahrungen spielen eine große Rolle.



Geschrieben von Faser am 25.01.2019 um 21:54:

  RE: Pendleton und Depressionen

Eher die grosse Leere nach dem Erfolg in Zusammenhang mit anderen privaten Situationen. Profisportler sind da extrem gefährdet.
Doping kann sowas begünstigen, da man damit noch mehr über die Grenzen geht und den Hang zum Drogenmissbrauch entwickelt. Muss aber nicht von sowas kommen.



Geschrieben von Hansi.Bierdo am 26.01.2019 um 13:04:

  RE: Pendleton und Depressionen

Es gibt da eine 4-teilige Doku (Cycling's Golden Girl 1/4) über sie und da deutet einiges drauf hin, das es schon damals eben doch nicht so golden war. Z.B. sagt sie, dass sie nie für sich gefahren ist. Ihr Vater spielt eine sehr große Rolle für ihre Karriere und Erfolge.

Ich hoffe, sie kommt drüber, sie scheint ein nettes Wesen zu sein und nach so einer Nachricht will man (ich) sie natürlich gleich mal in den Arm nehmen. lass dich knuddeln



Geschrieben von Doggie am 27.01.2019 um 06:43:

  RE: Pendleton und Depressionen

Zitat:
Original von Hansi.Bierdo
Es gibt da eine 4-teilige Doku (Cycling's Golden Girl 1/4) über sie und da deutet einiges drauf hin, das es schon damals eben doch nicht so golden war.

Kam Po Wong Wenn sie aufhört, wird sie nicht mehr weinen, sagt sie, glaube ich, irgendwo.

So funktioniert das leider nicht. Die Neuronen werden durch Schmerz in einer bestimmten Struktur vernetzt und bleiben es. Es bleibt nur übrig, sich mit dem, was man (geworden) ist, zu arrangieren und zu lernen, mit sich zu leben.



Geschrieben von Ocaña am 27.01.2019 um 11:47:

  Spekulatius

Zitat:
Original von Doggie
So funktioniert das leider nicht. Die Neuronen werden durch Schmerz in einer bestimmten Struktur vernetzt und bleiben es. Es bleibt nur übrig, sich mit dem, was man (geworden) ist, zu arrangieren und zu lernen, mit sich zu leben.


Möglicherweise war sie ja nicht nur zum Surfen in Costa Rica. Augenzwinkern



Geschrieben von Bugno am 29.01.2019 um 10:05:

  RE: Spekulatius

Ich würde sagen es ist eine (Abwärts-)Spirale von verinnerlichten überhöhten Leistungsgedanken (weil Liebe als Kind nur wegen Leistung), Nichterreichen der Ziele (weil überhöhte Ziele), Selbstabwertung (oder Doping um Ziele doch zu erreichen), Depression und so weiter.

Doggie schreibt dass die Gehirnmuster unwiderruflich eingebrannt sind. Das ist nur teilweise richtig. Diese Automatismen bestehen weiter, werden aber schwächer wenn sie nicht verstärkt werden (wenn man das nämlich anders macht). Diese neuen Muster werden verstärkt (weil sie erfolgreich sind) und können so alte Verhaltensweisen (Automatismen) ablösen. Hoffe ich wenigstens.



Geschrieben von Doggie am 29.01.2019 um 12:39:

  RE: Spekulatius

So erzählen es Psychologen. Ich habe mal versucht, verlässliche Zahlen für die Langzeiterfolge von Psychotherapien zu finden - aber nichts wirklich Brauchbares gefunden. Eine mir bekannte (Ex-)Psychiaterin zweifelt diese sogar an.

Was ich nie verstanden habe: Ereignisse, die Synapsen vergrößern und damit einen Lernprozess bewirken, sind (nach Güntürkün):

• starke Stimulation
• Schmerzen
• mit angeborenen Auslösern gekoppelte Reize
• mit Emotionen gekoppelte Reize
• mit wichtigen Gedächtnisinhalten gekoppelte Reize

Wie soll man einmal durch emotionale Stimulation Erlerntes auf kognitive Weise wieder verlernen können, wenn die verantwortlichen Strukturen dadurch immer wieder gereizt werden?

keine ahnung

Edit: Ich antworte mal mir selbst volltrottel

Vermutlich nur, indem man mit den Auslösern bewusst seinen Frieden macht. Weggehen, verzeihen, vergessen. Für jemanden in der Öffentlichkeit wahrscheinlich noch viel schwieriger als für unsereins.


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