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Geschrieben von blaireau am 21.07.2013 um 11:05:
http://www.sueddeutsche.de/sport/tour-dominator-christopher-froome-erstaunliche-wandlung-des-patienten-1.1725323-2
Ist Gas6 der neue Gral der Trainingsmethodik? Immerhin beschäftigte Sky einen Dopingarzt, der offenbar im Umfeld der Forschung an einem neuen Blutkörperchen-Booster beteiligt war/ist.
| Zitat: |
Inzwischen gibt es zudem auch dunkle Flecke auf dem "Null Toleranz"-Label des Teams. Keinen Dopingfall, das nicht, aber die Anstellung etwa des belgischen Arztes Geert Leinders bezeichnet Brailsford inzwischen - anders als noch 2012 - als "Fehler". Von 2010 bis letzten Herbst arbeitete Leinders für Sky, ehe seine Rolle im Dopingsystem bei Rabobank von Kronzeugen bestätigt wurde.
Jetzt ist Leinders plötzlich wieder Thema. Denn von neuen Dopingmitteln ist bei dieser Tour die Rede, darunter das Peptidhormon "Growth-arrest-specific gene-6", kurz Gas6. Es wirkt ähnlich wie die ewige Modedroge Epo, und es soll beim Giro 2013 eingesetzt worden sein, heißt es aus dem Umfeld der Welt-Anti-Doping-Agentur. "Gas6 besitzt möglicherweise das Potenzial, den Effekt von Epo zu steigern und könnte somit Anreiz zum Missbrauch im Sport geben", sagt Dopingfahnder Mario Thevis vom Kölner Testlabor; gegebenenfalls könnten irgendwann Nachtests durchgeführt werden von gelagerten Proben.
An dem noch nicht zugelassenen Präparat wird in der Schweiz geforscht und an einer belgischen Uni - dort wohl früher auch unter Mitwirkung von Geert Leinders, der Froomes Aufstieg zum Ausdauerwunder erlebte. Leinders und sein Anwalt sind für Kommentare nicht zu erreichen. Froome sagt, er habe Leinders wenig gesehen. |
Geschrieben von Herr Doepfel am 21.07.2013 um 11:36:
Die Gas6-Gerüchte sind nicht ganz neu. Wenn man sich die verfügbare Literatur durchliest, kommt man zum Schluss, dass Doping mit Gas6-Protein unter den Bedingungen des ABP null Vorteil gegenüber Doping mit Epo-Varianten hätte, eher ist es so etwas wie ein Epo zweiter Wahl.
Die Verdächtigungen, dass Sky einen nicht nachweisbaren Wunderstoff hätte, finde ich eh nicht plausibel. Wenn es so wäre, dann hätte Saxo den mittlerweile auch. Genau dafür hat Riis Rogers eingekauft. So wie er das schon immer gemacht hat.
Geschrieben von blaireau am 21.07.2013 um 12:27:
| Zitat: |
Original von Herr Doepfel
Die Verdächtigungen, dass Sky einen nicht nachweisbaren Wunderstoff hätte, finde ich eh nicht plausibel. |
Mir gings eher um die schönen Trainingspläne, die Froome vom ehemaligen Durchschnittsfahrer aufs Mutantenniveau lupfen haben sollen. Wenn dann noch Verbindungen in eine solches Umfeld bestehen - naja.
Nicht nachweisbaren Wunderstoff glaube ich auch nicht, aber der dass der Geert Leinders auch sonst sehr spezifische Erfahrungen hat, scheint ausgewiesen:
| Zitat: |
| Dabei belastete der Däne, der 2007 vor dem Gesamtsieg bei der Tour de France stand, ehe er aus dem Rennen genommen wurde, seinen damaligen Teamarzt Geert Leinders schwer. «Leinders hing die Blutbeutel an die Wand und setzte die Infusionsnadeln», sagte Rasmussen der Tageszeitung «De Telegraaf». Leinders steht schon seit längerem in Doping-Verdacht. Das Team Sky um Tour-Sieger Bradley Wiggins trennte sich 2012 von ihm. |
http://www.ruhrnachrichten.de/sport/weiteresportarten/radsport/news/Rasmussen-enthuellt-Doping-Details;art513,1933530#1571407706
Das es bessere und weniger bessere D-Ärzte gibt, hat sich ja herumgesprochen. Und wenn wir uns an die rasanten Bergs-Zwischensprints von Rasmussen erinnern, dann scheint es, dass Leinders zu den besseren gehört.
Geschrieben von Herr Doepfel am 21.07.2013 um 13:24:
Klar, Leinders ist wahrscheinlich der wesentliche Unterschied zwischen den Robodogs 2012 und der doch recht durchwachsenen Vorstellung von Froomes Helfern 2013.
Ansonsten scheint Froome einfach der Fahrer zu sein, dessen "Trainingspläne" momentan am besten an die Restriktionen des ABP adaptiert sind, so wie es einst bei Lance und der 50er-Hämatokrit-Grenze war. Wie man mittlerweile weiß, hatte Armstrong keine besseren Mittel wie Ullrich, nur hat er mehr daraus gemacht.
Möglicherweise werden Froome durch seine angeblich persistierende Bilharziose seitens der medizinischen Kommissionen größere Schwankungen der Blutparameter aufgrund pathologischer Ursachen zugebilligt, wie das bei anderen Fahrern in der Vergangenheit auch schon der Fall war. Es gäbe einen einfachen Weg für Froome und Brailsford, den mehr als berechtigten Zweifeln an der Sauberkeit der Leistungen den Wind aus den Segeln zu nehmen - jedenfalls wenn Froomes ABP nicht selbst Anlass zu Zweifeln bieten würde.
Geschrieben von blaireau am 21.07.2013 um 21:44:
| Zitat: |
Original von Herr Doepfel
durch seine angeblich persistierende Bilharziose |
Wieder ein (blut)kranker Ueberflieger. Mmmmm ....
Geschrieben von montklamott am 21.07.2013 um 21:57:
| Zitat: |
Original von Herr Doepfel
Wie man mittlerweile weiß, hatte Armstrong keine besseren Mittel wie Ullrich, nur hat er mehr daraus gemacht.
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Wie man mittlerweile weiß, hatte Armstrong einfach die besseren Verbindungen.
Geschrieben von Donishäusle am 21.07.2013 um 22:50:
RE: Abhängigkeiten
| Zitat: |
Original von Hansi.Bierdo
Und zu den Profis und ihrem Körpergefühl, schau dir den heuer vermutlich ungedopten Contador an. Früher hatte er Power ohne Ende, musste gar nicht groß drauf achten, wie er fährt. Heute weiß er sicher nicht, wie lange er wieviel Watt abgeben kann und wann er Watt-mäßig in den roten Bereich kommt, während ein Froome dies vermutlich weiß. |
Mittlerweile schon...
Wenn man mal in den früheren Rennen von Froome schaut, dann gibt es da auch eine Szene,in der er an einem Schlussanstieg (Giro glaube ich) erst wie wild mit M. Goss mithält und dann spektakulkär blau geht und Schlangenlinien fährt.
Das sieht ziemlich ulkig aus, fühlt sich aber verdammt schlecht an, mir ist selbst schon etwas ähnliche passiert, übrigens mit den subjektiv "besten Beinen" die ich je hatte. Mittlerweile kann ich meine Grenzen recht gut erkennen und weiss vor allem wann es Zeit ist mal locker zu lassen (übrigens ohne Wattmesser oder Puls). Ich kann mir aber vorstellen das man das mit dem Wattmesser noch präziser steuern kann, respektive schneller lernt, es ist ja so eine Art Biofeedback.
So gesehen, haben sich da schon ganz andere Möglichkeiten aufgetan. A. Talannsky ist zm Beispiel nach Semnoz in geradezu vorbildlicher Art gefahren, indem er sich einfach aus allen Scharmützeln rausgehalten hat und im "Timetrialmode" in der für sich vermutlich schnellsten Zeit hochgefahren ist. Ich vermute so was wäre ohne Leistungsmesser deutlich schwieriger.
Geschrieben von maki am 21.07.2013 um 23:17:
| Zitat: |
Original von Herr Doepfel
Möglicherweise werden Froome durch seine angeblich persistierende Bilharziose seitens der medizinischen Kommissionen größere Schwankungen der Blutparameter aufgrund pathologischer Ursachen zugebilligt, wie das bei anderen Fahrern in der Vergangenheit auch schon der Fall war. |
Zweifel an Dauermedikation
Geschrieben von Donishäusle am 22.07.2013 um 09:26:
| Zitat: |
Original von maki
| Zitat: |
Original von Herr Doepfel
Möglicherweise werden Froome durch seine angeblich persistierende Bilharziose seitens der medizinischen Kommissionen größere Schwankungen der Blutparameter aufgrund pathologischer Ursachen zugebilligt, wie das bei anderen Fahrern in der Vergangenheit auch schon der Fall war. |
Zweifel an Dauermedikation |
Da muss ich mich doch glatt mal selbst zitieren:
klick
"Das Medikament (Praziquantel) das er ab 2010 vermutlich gegen die Schistiomiasis genommen hat, hat er normalerweise nur 3 Tage lang genommen. Es wird dann in Abständen nachkontrolliert, wenn keine Parasiten mehr nachgewiesen werden nimmt man auch nichts mehr...."
Die Nachkontrollen werden typischerweise im Abstand von drei Monaten gemacht. Lassen sich noch Erreger nachweisen wird wieder 3 tage lang das Medikament eingenommen. Dauerhafte Einnahme ist also ein sehr dehnbarer Begriff.
Mir wäre auch nicht bewusst, das Brailsford schon mal was von einer "Dauermedikation" im Sinn von täglich (oder auch nur wöchentlich) gesagt hätte, woher kommt denn die Information?
Nur der Vollständigkeit halber. Bilharziose ist keine Blutkrankheit (wird hier was mit Malaria verwechselt?) und führt auch nicht zu starken Schwankungen im Blutprofil da lediglich geringe Blutverluste (wenige ml) zu erwarten sind. Das er deswegen einen besonderen ABP haben sollte kann ich mir nicht vorstellen.
Geschrieben von Donishäusle am 22.07.2013 um 11:22:
Dauermedikation?
Hier erklärt Froome wie oft er nachkontrolliert wird, nämlich alle 6 Monate (biannually), zuletzt im Januar.
Wenn der Erreger weiter nachgewiesen wird nimmt er das Praziquantel (aka Biltricide) und kann dann nach eigenen Angaben eine Woche nicht trainieren.
Von einer "Dauermedikation" kann also wohl kaum die Rede sein.
Gibts eigentlich schon einen Froome-Thead? Froomes Krankengeschichte hat ja nur wenig mit "Watt, wie warum" zu tun und über den Mann wird die nächsten Jahre vermutlich noch zu reden sein.
Geschrieben von tal am 22.07.2013 um 11:36:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von Donishäusle
... erklärt Froome ... nach eigenen Angaben ... |
Lenz hat auch viel erzählt. Ich glaub dem Froome erst mal kein Wort, jedenfalls kann man eine Dauermedikation kaum ausschließen, nur weil der Froome das so erzählt.
Geschrieben von Donishäusle am 22.07.2013 um 13:31:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von tal
Lenz hat auch viel erzählt. Ich glaub dem Froome erst mal kein Wort, jedenfalls kann man eine Dauermedikation kaum ausschließen, nur weil der Froome das so erzählt. |
Man muss Froome das nicht glauben. Praziquantel wird einfach nicht als Dauermedikation angewendet. Das ist so, und das sagt der Tropenmediziner ja auch.
Froomes Aussagen aus dem Artikel in VN decken sich ja auch mit der gängigen Praxis.
Im Moment sieht es so aus: Froome und Sky erklären er nimmt die Medikamente nur jeweils zwei mal im Jahr, wenn eine Nachkontrolle den Parasiten nachweisen kann. Das wäre ein völlig konsistentes Vorgehen.
Der Interviewer behauptet jetzt er würde ein Dauermedikation machen "Nach Aussage von Teamchef D. Brailsford", das wäre sinnlos und wird promt als suspekt bezeichnet.
Diese Aussage von Brailsford finde ich aber nirgends, sondern nur die oben angeführten. Vielleicht hat ja jemand eine bessere Quelle in der die Dauermedikation angeführt wird...
Dr. Groth sagt auch er halte es für durchaus wahrscheinlich, das eine chronifizierte Bilharziose die Leistungsfähigkeit von Froome eingeschränkt hatte, und zwar wie beschrieben, eben nur zu einem gewissen Teil.
Geschrieben von Hansi.Bierdo am 22.07.2013 um 16:43:
RE: Dauermedikation?
Der Schulz hat es schön
zusammengefasst.
Geschrieben von blaireau am 22.07.2013 um 16:50:
RE: Dauermedikation?
Schade, dass er kein Wort dazu sagt, dass Sky lange einen berühmten D-Arzt engagiert hatte. Hatten die Fahrer die Masern?
Geschrieben von TEVC am 22.07.2013 um 17:06:
RE: Dauermedikation?
In der Tat. Guter Artikel. Kann auch sein, was er schreibt. Ich hab trotzdem nach der Ventoux Etappe aufgehört zu schauen. Wie er schreibt, die Erinnerungen an Contador und Chicken... bin lieber selber gefahren...
Ich täusche mich gerne und wenn das in 15 Jahren noch Bestand hat gratuliere ich ihm Nachträglich. Bisher ist Froome für mich leider in einer Linie mit allen, die beteuert haben und dann doch überführt worden. Kann auch sein, dass Walsh recht hat. Kann aber auch sein, dass Froome und SKY es geschafft haben auch ihn zu verarschen. Ich, für mich, bin von dem Zirkus eben das eine Mal zu oft verarscht worden.
Mal abgesehen davon, finde ich Froome einfach kreuzunsympathisch. Marionettenhaft. Und ich habe auch ein bissl ein Problem damit, dass ein offensichtlich essgestörter Mensch jetzt von einigen als Vorbild gesehen wird.
Geschrieben von Hansi.Bierdo am 22.07.2013 um 17:09:
RE: Dauermedikation?
Time will tell. Unsympathisch find ich den Froome auch nicht mehr, nachdem ich "The Ride" gesehen hatte.
Geschrieben von oleradsport am 22.07.2013 um 17:28:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von blaireau
Schade, dass er kein Wort dazu sagt, dass Sky lange einen berühmten D-Arzt engagiert hatte. Hatten die Fahrer die Masern? |
Da er ja fast täglich zu dem Thema was schreiben durfte/musste, war Leinders auch schon Thema. Da die anderen Einträge ebenfalls sehr gut geschrieben hat, einfach mal alles lesen
Geschrieben von blaireau am 22.07.2013 um 17:42:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von oleradsport
Da er ja fast täglich zu dem Thema was schreiben durfte/musste, war Leinders auch schon Thema. Da die anderen Einträge ebenfalls sehr gut geschrieben hat, einfach mal alles lesen
|
Und in der grossen Zusammenfassung lässt er dann ausgerechnet das weg? Was meint denn er, was Leinders bei Sky getrieben hat?
Geschrieben von xxEntexx am 22.07.2013 um 17:49:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von Hansi.Bierdo
Time will tell. Unsympathisch find ich den Froome auch nicht mehr, nachdem ich "The Ride" gesehen hatte. |
Aha. Mal sehen, was Du sagst, wenn er Hauptdarsteller in "The Shot" ist...
Geschrieben von blaireau am 22.07.2013 um 20:02:
RE: Dauermedikation?
| Zitat: |
Original von Donishäusle
Froomes Krankengeschichte hat ja nur wenig mit "Watt, wie warum" zu tun .... |
Ist noch eine offene Frage, dachte ich.
Was haben wir?
1) Sky beschäftigte eine medizinische Dopingkapazität.
2) Froome ist einer der bemerkenswerten Über-Nacht-Zünder.
3) Froome hat eine Krankheitsgeschichte, die mit Blutwerten zu tun hat.
4) Froome fährt Leistungen wie zu Armstrong/Pantani-Zeiten.
Kann alles natürlich zugehen? Sicher. Aber mit welcher Wahrscheinlichkeit, angesichts 1-4?
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