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Geschrieben von WINO am 26.08.2012 um 23:18:
französische Alpen
Hallo zusammen,
bald geht es eine Woche in die französischen Alpen, wir sind uns aber noch nicht ganz schlüssig wohin es genau gehen soll.
Könnt ihr mir einen guten Tipp geben bezüglich Ferienwohnung, einem geeigneten Standort(Tal oder Berg), von wo man viele schöne Pässe abfahren kann.
Wir wollten Richtung Bourg-d´Oisans oder Umgebung und die meisten Touren auf jeden Fall ohne Auto angehen.
Außerdem bin ich auf der Suche nach einer Karte, auf der die ganzen Pässe eingezeichnet sind. Online habe ich da schon etwas auf Quäldich.de gefunden, aber ich hätte es gerne auch als Karte!
Danke schon mal
Geschrieben von Offi am 27.08.2012 um 00:23:
RE: französische Alpen
| Zitat: |
Original von WINO
[...], von wo man viele schöne Pässe abfahren kann. |
Geschrieben von Michelin-Männchen am 27.08.2012 um 08:28:
RE: französische Alpen
Ich war vor etlichen Jahren mal in Barcelonette. Von dort kann man einige sehr schöne Passe erreichen (Col de Cayolle, Col de Vars, Bonet etc).
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 27.08.2012 um 21:49:
RE: französische Alpen
Ich würde St. Jean de Maurienne als Standort nehmen (
Hotels). Wenn es Dir ums Pässe sammeln geht, eigentlich ideal, weil sehr zentral und viele "Klassiker" vor der Haustür liegen:
- Croix de Fer und Glandon als Rundtour (Col du Mollard kannst Du auch mitnehmen, oder auch La Toussuire).
- Col de la Madeleine ab la Chambre (10 km entfernt)
- Télégraphe und Galibier ab St. Michel de Maurienne (10 km entfernt)
- Iseran und/oder Mont Cenis ab Lanslebourg (ca. 50 km entfernt); bißchen Autofahrt, lohnt sich aber!
Für Alpe d´Huez mußt Du halt, je nachdem, wie fit Du bist, mit dem Auto über den Glandon fahren oder oben parken (oder komplett mit Rad).
Als Karte kann ich Dir von Michelin "Französische Alpen" (Nord) empfehlen, gibt es eigentlich in jedem ADAC-Laden...
Geschrieben von WINO am 28.08.2012 um 22:05:
RE: französische Alpen
Danke euch für die Tipps!
dann werde ich bald mal genauer planen ;-)
Geschrieben von Kölnerin am 31.08.2012 um 15:36:
RE: französische Alpen
Die gelben Michelin-Karten sind natürlich das Mittel der Wahl - seit einigen Jahren auch augenfreundlicher in 1:150 000 und mit größerer Schrift.
In Frankreich in jedem Supermarkt erhältlich und günstiger als hier, aber nicht viel ...
Als Quartier ist Briancon auch nicht zu verachten, schon südliches Flair trotz der Höhenlage und als Startort zumindest für Lautaret/Galibier, Granon, Montgenevre, Izoard (mein Lieblingspass), Vars zu gebrauchen.
Wenn man alle legendären Riesen "abfahren" will, braucht man eh mehr als eine Woche ...
Im Maurienne-Tal ein "kleiner" Anstieg, den viele links liegenlassen: die Montvernier-Serpentinenstraße mit irrem Pflaster und rostigen Geländern (hoffentlich noch in diesem Zustand!).
Einzelheiten und Berichte gibt es bei Quäldich zuhauf, in deutscher Sprache eindeutig die Nr. 1 im Netz!
Geschrieben von WINO am 01.09.2012 um 17:09:
RE: französische Alpen
es geht ja zum Glück nicht darum, all die Pässe innerhalb einer Woche abzufahren
Die Schönheit der Pässe ist viel wichtiger und da ist es nett, dass du den Izoard nennst!
Via michelin ist mir auch online aufgefallen - deutlich besser, als Google Maps.
Geschrieben von Checker am 01.09.2012 um 21:11:
RE: französische Alpen
Falls nicht schon zu spät: wenn du einen Standort bevorzugst, der weniger hässlich als St. Jean de Maurienne ist

, kann ich La Giettaz am Col des Aravis sehr empfehlen. Wir hatten damals eine Ferienwohnung auf 1300 m Höhe, gerade 3 km unterhalb des Passes. Leider weiß ich den Namen nicht mehr, aber es war die beste Bleibe, die mir jemals auf Radurlaub untergekommen ist. Man kann natürlich auch etwas weiter unten direkt im Ort wohnen.
Pässe und Berge, die sich von dort aus im Rahmen einer Tagestour erreichen lassen: (natürlich) Col des Aravis, Col de Saisies, Signal de Bisanne, Col du Pré, Cormet de Roselend, Col d'Arpettaz, Col des Cyclotouristes, Col du Tamie, Col de la Forclaz, Col de la Croix-Fry, Col de la Colombiere, Romme (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Nicht die ganz großen Namen, aber kaum weniger lohnenswert.
Geschrieben von WINO am 01.09.2012 um 23:24:
RE: französische Alpen
nein, noch nicht zu spät, werde die Unterkunft kurzfristig buchen.
aber in dem Falle wird St.Jean de Maurienne aus der Auswahl fallen
Kann denn jemand zu dem Ort Oz bzw. Almont was sagen? Ist am Fuße des Tals zum Glandon hinauf an einem See.
Geschrieben von Jana am 02.09.2012 um 11:50:
RE: französische Alpen
Hallo,
war 2006 mal drei wunderschöne Wochen in der Gegend, unser Quartier war in Almont. Der See ist ein Stausee und eigentlich ganz nett, ein paar Kilometer weiter liegt in die eine Richtung nach Bourg d'Oisan (neben dem Einstieg nach Alpe d'Huez auch ein hübscher Ort). Oz/Oisan liegen - in die andere Richtung - schon im Anstieg - bzw. am Anfang desselben - zum Croix de Fer/Glandon, der sich auf jeden Fall lohnt. Bezüglich St. Jean de Maurienne kann ich mich nur anschließen, der Ort und eigentlich auch das ganze Tal sind eher scheußlich (Autobahn + Schnellstraße + Bahntrasse nebeneinander). Also: Beide Orte geben an sich nicht furchtbar viel her und sind auch eher klein, aber als Ausgangspunkt bestens geeignet. Falls Ihr ohne eigene Räder unterwegs seid: In Bourg d'Oisans gibt es gute Verleihe.
Eine schöne Reise und viel Spaß mit den Pässen!
Jana
Geschrieben von adapto am 11.09.2012 um 23:07:
RE: französische Alpen
Ich finde St Jean de Maurienne nicht so schlimm wie es hier dargestellt wird. Es ist zwar kein traumhaft schoener Ort, aber man erreicht von dort sehr viele namenhafte Paesse. Als Startort waere es mein Tipp.
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 12.09.2012 um 07:02:
RE: französische Alpen
Sehe ich wie gesagt ähnlich mit St. Jean de Maurienne - man ist ja schließlich zum radeln da und nicht um den Ort anzuschauen...
Die Gegend, die Checker genannt hat, kann ich aber mindestens genauso empfehlen, wäre außerdem von der Anreise nicht ganz so weit. Die von Checker aufgelisteten Pässe (plus Col du Joly) bzw. Touren haben genauso ihren Reiz, teilweise landschaftlich sogar noch schöner.
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 02.10.2012 um 06:47:
gibt es schon etwas schönes aus den Alpen zu berichten?
Geschrieben von WINO am 03.10.2012 um 22:50:
Ja, natürlich gibts da was zu berichten ;-)
Unsere Woche mitte September war vom Wetter her stabil und gut. Wir hatten in Salles des Alpes (Ortsteil Le Bez) eine moderne und schöne Ferienwohnung. Der Ort liegt im Tal vom Col du Lautaret, knappe 10 km nach Briançon und damit bestens für einige Runden.
1. Tag ging über Lautaret, Alpe d´Huez, Col de Sarenne und wieder zurück über den Lautaret (145 km)
Die Aso hat unseren Vorschlag sogar angenommen und die wunderbare Straße von der Alpe über den Sarenne wird 2013 erstmals von der Tour überfahren
2. Tag: Briançon - Col d' Izoard

- Col Agnel und wieder zurück durchs Tal über Guillestre (155km)
Beide Pässe sind toll, wobei der Izoard dazu noch gut zu fahren ist. Was man von den letzten 8 km des Agnel nicht gerade behaupten kann. Mit Gegenwind auf den letzten 10 km und einer dabei fast durchgehenden zehn prozentigen Steigung die letzten 8 km ist es wohl einer der härtesten Pässe in der Region, dafür entschädigt allerdings der Blick nach Italien oben auf 2744m auf der Passhöhe! Positiv auf jeden Fall der kaum vorhandene Autoverkehr und beeindruckend wie viele Radfahrern sich dort hoch quälen(und wie

).
3. Tag musste dann etwas ruhiger werden...so ging es den Hausberg unserer Gemeinde, den Col de Granon hinauf. Schöner Berg, der sich im Stile eines Wanderweges den Berg durch hochalpine Pflanzen und Büsche hochzieht. Oben warten dann neben zahlreichen Wanderern leider auch ein paar Kasernen der Armeé de Terre...
4. Tag war unser Wandertag im kleinen aber feinen Vallée de la Clarée. Wir kamen bis auf knapp 3000m und hatten auf dem Gipfel entsprechenden Blick bis hin zum Montblanc.
5. Tag: Es wartete die Königsetappe auf uns
Lautaret - Col du Galibier - Col du Télégraphe - St. Jean de Maurienne - Le Col de la Croix de Fer - Col du Glandon - Col du Lautaret (210 km)
Der Galibier war überraschend schön (von den TV-Übertragungen hatten wir irgendwie geringe Erwartungen). Der Croix de Fer ist anfangs steil, aber je länger der Berg wird, desto schöner wird er - und er wird lange!! Oben sieht man dann schon den Glandon. Nach der kurzen Abfahrt muss man unbedingt die 50 m auf der anderen Seite des Glandons runterfahren um den wie aus dem Nichts erscheinenden Montblanc zu begutachten ;-). Die Abfahrt auf der anderen Seite nach Bourg d'Oisans ist dann nicht zu unterschätzen, nach dem See steht nämlich eine unangenehme Rampe im Weg.
6. Tag führte uns noch im Zuge der obligatorischen Pizzarunde nach Italien: Briançon - Col de l' Échelle - Oulx - Cesana - Montegenevre.(ca. 100-120 km)
Auf italienischem Boden nicht die schönste und verkehrsärmste Runde, aber der Anfang lohnt sich auf jeden Fall und die Pizza in Cesana sowieso!
Also wem die Touren nicht zu lange sind, kann ich den Ausgangspunkt nur empfehlen. Serre Chevalier ist zwar auch ein typisches franz. Skigebiet, aber wir waren im alten Teil des Ortes und da war nichts von den üblichen Retorten Optik und vor allem wenige Touristen zu sehen. Problematisch kann höchstens sein, dass im September fast keine Geschäfte oder Touri Infos mehr offen haben, außer die Supermärkte in Briançon.
Geschrieben von tal am 04.10.2012 um 14:14:
| Zitat: |
Original von WINO
3. Tag musste dann etwas ruhiger werden...so ging es den Hausberg unserer Gemeinde, den Col de Granon hinauf. |
Ja, so stelle ich mir einen ruhigen Tag vor. Danke für den Bericht.
Geschrieben von Moreau am 05.10.2012 um 10:27:
Tolle Tour WINO !
Der Agnel ist mein Lieblingsberg.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 05.10.2012 um 13:03:
Wahnsinn, welche Umfänge Ihr gefahren seid.
Wenn Ihr in Guilestre ward, hat Euch der Col de Vars nicht gereizt?
Geschrieben von WINO am 05.10.2012 um 17:44:
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Wenn Ihr in Guilestre ward, hat Euch der Col de Vars nicht gereizt? |
Gereizt hätte mich der schon, vor allem auch der Col de la Bonette!
Allerdings waren Izoard und Agnel mehr als genug

Der Heimweg im Gegenwind war dann auch nicht ohne, weil wir nach dem Agnel einfach grau waren. Wir standen dann ca. 5min bei der Abzweigung im Tal und haben überlegt ob wir den kurzen und weniger windigen Weg über den Izoard nehmen oder die einfachere, aber längere und windigere Variante über Guillestre nehmen
Für südlicheren Pässe wie Vars und Bonette hätten wir die Woche verlängern müssen.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 05.10.2012 um 20:25:
Bonette ist meine eindrücklichste Bergerfahrung mit dem Rad, obwohl andere Anstiege härter sind (z.B. Großglockner, Mortirolo oder die Rückseite vom Schauinsland).
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