Geschrieben von Steamboat am 26.11.2005 um 15:23:
Saisonbilanz Phonak Hearing Systems
In der wichtigsten Schlacht, die das Schweizer Team zu führen hatte und möglicherweise auch noch hat, konnte das Team Pluspunkte sammeln. Leider ergaben sich auch während dieser Saison erneut Dopingfälle, allerdings konnte die Teamleitung mit einer strikten Haltung überzeugen und resolute Maßnahmen ergreifen. Nebenbei muss man nachliefern, dass der Plural von Dopingfällen in einen Singular umgewandelt werden darf, da sich der zunächst positive Fall Guidi später als falsch entpuppte. Umgehend wurde er nach seiner Entlassung wieder eingestellt. Vom Spanier Santos Gonzalez hingegen trennte man sich, nachdem bei einer internen Dopingprobe er mit überhöhten Werten aus dem laufenden Wettbewerb (Vuelta) genommen wurde.
Die Mannschaftsleitung war nach den Dopingfällen Oscar Camenzind, Tyler Hamilton und Santi Perez teilweise ausgetauscht worden. Es u.a. einen neuer Manager mit John Lelangue installiert. Dopinggeschichten sollten nach den Wünschen aller Verantwortlichen ab diesem Zeitpunkt der Vergangenheit angehören. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt, aber man hatte aus der Vergangenheit gelernt. Auffällige und erwischte Fahrer wurden sofort an die Frischluft gesetzt.
In der Konsequenz dominierten die Berichte über positive Leistungen, während die Dopingproblematik etwas aus dem Fokus in den Hintergrund gerückt wurde.
Die Pro Tour
Die Mannschaft war von ihrer Struktur in erster Linie für die Rundfahrten konzipiert. Schlüsselpositionen wurden mit ausländischen Fahrern besetzt. Da das Team – wie schon deutlich wurde – seine Stärken bei den Rundfahrten und anspruchsvollen Hügelklassikern vermutet, es aber nur wenige Schweizer gibt, die in diesem Segment zur absoluten Spitze zählen, vergibt man diese Positionen an Legionäre. Als Kapitäne bei den GTs waren Floyd Landis (Tour, Vuelta) und Tadej Valjavec (Giro) angedacht. Im Laufe der Saison meldeten Oscar Pereiro und Santiago Botero ihrerseits Ansprüche an. Aber auch Martin Perdiguero gefiel in der Saison bei den Rundfahrten sowie Hügelklassikern.
Helferrollen im Team werden aber durchaus mit Schweizern besetzt (Alxandre Moos, Martin Elmiger, Rast). Deshalb lässt sich erklären, dass zwar viele Fahrer in der Pro Tour Rangliste auftauchen, aber die Eidgenossen des Teams meist weiter hinten zu suchen sind. Sie unterstützen aber meist tatkräftig ihre Kapitäne, um ihnen dadurch zu entsprechenden Erfolgen zu verhelfen. Schwachstellen im Team befanden sich bei der Bestückung der flamischen Frühjahrsrennen sowie immer mal wieder im Sprintbereich – obwohl man mit Robert Hunter hoffte, diese zu beheben.
Ein Sprinter setzte in der Saison erste Akzente. Fabrizio Guidi errang bei der Rundfahrt “Tirreno-Adriatico“ den 3. Gesamtplatz. Guidi, der im Rahmen der Pro Tour keinen Rennen gewann, hielt immer Anschluss zur Spitze, so dass er bei dieser Rundfahrt auf dem Podium stand. Ungewöhnlich für einen Sprinter, aber die diesjährige Austragung begünstigte Fahrer wie ihn und die vor ihm liegenden Fahrer Freire und Petacchi.
Noch ein Wort zu Guidi: Den Schreiber dieser Zeilen verwunderte die Meldung von Guidis angeblicher positiver Probe schon. Dem Autor war ein Bericht in den Sinn gekommen, in dem Raphael Schweda, einst Teamkollege von Guidi, sich in seinem Tagebuch zum Giro 2002 äußert, dass er eben mit jenem Guidi eine längere Unterhaltung geführt habe. Der Italiener gewährte Einblick in die Seele eines italienischen Pedalisten. Dabei kam heraus, dass Guidi im Gegensatz zu vielen Landsmännern einen passablen Schulabschluss habe und als intelligent bezeichnet werden kann. Viele seiner Landsleute auf dem Rad sei dieses Glück nicht vergönnt, sie brechen öfter die Schule für den Radsport ab. Außerhalb des Sports fehlen ihnen die Perspektiven, weshalb sie hin und wieder dopen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb schloss ich daraus, dass Guidi keine verbotenen Sachen nähme.
Bei Mailand-San Remo konnte er im Gegensatz zur erwähnten Rundfahrt nicht viel ausrichten. Ebenfalls ohne nennenswerte Ergebnisse durchstand das Team die Rennen, die zum „flämischen Frühling“ gehören. Weiter verwunderlich ist das eigentlich nicht. Valjavec, Pereiro, Botero, Landis, Perdiguero & Co schätzen Hügellandschaften. Kopfsteinpflaster bei ungemütlichem Wetter gehört nicht gerade zu den Delikatessen und dieses Ambiente stört nebenbei den Formaufbau.
In der Konsequenz musste im kalten Belgien usw. vorrangig die eidgenössische Delegation des Teams sein Glück suchen. Gregory Rast machte noch das Beste daraus, als er bei Gent-Wevelgem als 15. das Rennen beendete. Auch die Benelux-Rundfahrt im August war nicht nach dem Gusto des Teams, wie der 55. Platz des besten (Sascha Urweider) ihres Teams beweist.
Die Kapitäne
Zunächst war Floyd Landis als Ergänzung und Edeldomestike für seinen Landsmann Hamilton geholt worden. Weil dieser aber wegen vermuteten Dopinggebrauchs gesperrt wurde, bekleidete Landis beim wichtigsten Saisonereignis, die Tour de France, die Kapitänsrolle. Landis, der von Discovery Channel gekommen war, wurde schließlich Teambester als Neunter. Er konnte sich aber nicht in der Form in Szene setzen, dass man sich im Nachhinein an besonders hervorzuhebende Etappenergebnisse oder Rennverläufe auf Anhieb erinnern könnte. Immer wenn es bei Bergankünften zur Entscheidung kam, war er bereits abgehängt. Ein Tagespodium erreichte er nicht. Allerdings muss man anfügen, dass er sich mit seinem ehemaligen Kapitän während der Tour und auch während der Dauphine Libere heftige und laute Wortgefechte lieferte. Glaubt man den Berichten, war Landis das auserkorene Mobbingopfer von Armstrong für das Jahr 2005. Exzellente Etappenplatzierungen oder gar Siege sind mit solchen Fesseln in der Regel nicht mehr möglich. Bei der Dauphine Libere wurde Landis 11. Zumindest wies Landis in beiden Rundfahrten gute Qualitäten im Zeitfahren nach. Am Ende blieb Landis in der Pro Tour Wertung der 74. Platz.
Eindringlicher machte der Kolumbianer Santiago Botero bei der Dauphine Libere auf sich aufmerksam. Als guter Fahrer im Kampf gegen die Uhr bekannt, siegte er in dieser Disziplin bei der Dauphine. Damit aber nicht genug, auch eine Bergankunftsetappe bewältigte er als Bester. Am Ende sprang der zweite Platz in der Gesamtwertung heraus. Getoppt wurde dieses vorzügliche Ergebnis durch den Gesamtsieg der Tour de Romandie. In dem Heimrennen der Equipe sicherte sich auch den Sieg im Zeitfahren. Mit sorgenvollen Mienen schauten besonders die Verantwortlichen von T-Mobile zu ihrem ehemaligen Fahrer, der nach seinem Weggang von der Bonner Truppe genau die Resultate einfuhr, von denen er im Magenta-Trikot Lichtjahre entfernt schien. Man fürchtete, dass er auch bei der Tour entsprechend zuschlagen könnte.
Der einzige Showdown, den er sich bei der Tour mit seinem ehemaligen Arbeitgeber lieferte, fand auf der Etappe von Courchevel nach Briancon statt. Winokurow und Botero gehörten frühzeitig einer Fluchtgruppe an, von der die beiden bis zum Ende übrig blieben. Als im Zielort die Entscheidung heranreifte, bewies der Kasache das bessere Stehvermögen, und dem Kolumbianer blieb nur der zweite Platz. Im Gesamtklassement der Tour konnte er ein erhofftes hohes Niveau nicht halten und wurde 51. Ein vorzeigbares Ergebnis stellt seine Teilnahme an der Volta A Catalunya dar, wo er insgesamt 12. wurde. Dieser Platz half ihm aber nicht, in der Gesamtwertung der Pro Tour weiter vorne notiert zu werden. Aber Rang 19 (nach der Disqualifikation von Heras gar 18) übertrifft auf alle Fälle die kühnsten Erwartungen vor der Saison.
Der auffälligste Phonak-Fahrer dürfte aber Oscar Pereiro bei der Tour de France gewesen sein. Bei vier Tagesabschnitten schloss sich der Spanier Fluchtgruppen an. Bei der Etappe nach Briancon begleitete er Teamkollegen Botero solange, bis Pereiro eine Kurve falsch ansteurte, um auf einer Kuhweide zu landen.
Bei der 13. Etappe war er schon erfolgreicher. Er machte die komplette Tempoarbeit hinauf nach Saint – Lary – Soulan, während sein Begleiter Hincapie an seinem Hinterrad lutschte, um ihn schlussendlich zu übersprinten. Tags drauf, als man vermutete, dass sich Pereiro physisch und mental von den Strapazen des Vortagsrennens erholen müsste, fand er dann doch seinen verdienten Lohn. Auf dem Weg von Mourenx nach Pau setzte er sich im Zielort gegen seine Mitstreiter Xabier Zandio, Eddy Mazzoleni und Cadel Evans mit einem starken Finish durch. Dieser Erfolg hat eine historische Dimension, war es doch der erste Etappensieg des Phonak-Teams bei der Tour de France.
Aber Pereiro hatte noch nicht genug. Abermals war er Mitglied einer Fluchtgruppe auf dem 19. Tagesabschnitt. Seine Begleiter waren Sandy Casar, Giuseppe Guerini und Franco Pellizotti. Vermutlich war ein Etappensieg gar nicht das vordinglichste Ziel seiner Bemühungen. Er hatte die Intention, seine Gesamtplatzierung zu verbessern. So rückte er vorübergehend virtuell gar vom 13. auf den siebten Platz vor, als sich im Peloton dann das Team von Illes Balears zur Führungsarbeit im formierte, um das Feld näher an die Ausreißer heranzuführen, da Pereiro zu dem Zeitpunkt eine Gefahr für Mancebo darstellte. Dass Pereiro nächste Saison die Farben des balearischen Teams tragen würde, wusste man damals noch nicht. Ihm reichte dann auch ein Vorrücken auf den zehnten Platz der Gesamtwertung, während er die Etappe seinen Mitstreitern überließ.
Auch bei der Vuelta zeigte er sich einmal bei einem Abschnitt weit vorne, als er sich nur Samuel Sanchez geschlagen geben musste. In der Gesamtwertung seines Heimatlandes wurde er 26. (25.), vermutlich musste er dem Stress der Saison und speziell der Tour Tribut zollen.
In diesem Jahr feierte er weitere Erfolge. So war er der Schnellste im Zeitfahren bei der Tour de Romandie. Bei dieser Rundfahrt fand er sich auf dem siebten Platz der Gesamtwertung wieder (einen Rang vor ihm platzierte sich übrigens sein eidgenössischer Teamkollege Alexandre Moos). Vorher fand die Baskenland-Rundfahrt statt, die er als Sechster beendete. Eintagesrennen sind zwar nicht sein präferierten Wettbewerbe, aber ein 11. Platz beim Fleche Wallone oder der 20. Rang bei Lüttich-Bastogne-Lüttich können sich sehen lassen. In der Gesamtwertung der Pro Tour hielt er auf dem 32. Platz Einzug.
Ein weiterer guter Fahrer im Klassement ist der Slowene Tadej Valjavec. Zwar in der Kapitänsrolle aber dennoch ein bisschen stiefmütterlich abgeschoben, wurde er zum Start beim Giro veranlasst. Er kam nicht wie gewohnt sofort in den Tritt, da er krankheitsbedingt nicht ganz auf der Höhe seiner sportlichen Leistungsfähigkeit war. Erst im späteren Verlauf fing er sich, um dann mit einem zweiten Etappenplatz aufzuwarten. Er kämpfte sich in der Gesamtwertung auf den 15. Rang vor.
Während der Saison erzielte er weitere gute Ergebnisse in Rennen der Pro Tour. Sehr stark präsentierte er sich bei der Deutschland-Tour, die er als Sechster beendete. Bei der Tour de Suisse kam er auf den neunten Rang. Dieses stellte den Sponsor zwar nicht zufrieden, da er bei einem Heimrennen andere Vorstellungen hatte, aber bei dem Sportler Valjavec lässt sich deshalb nicht von einem schwachen Rennen reden. Valjavec fand sich in der Pro Tour auf der 61. Position wieder (wie auch Teamkollege Guidi).
Vor ihm rangiert Miguel Perdiguero (40.). Der Spanier glänzte nicht wie seine Teamkollegen bei den GT-Gesamtwertungen. Auch eine Wiederholung des Vorjahressieges bei der Klasika San Sebastian blieb ihm versagt. Dennoch kann er eine gute Bilanz mit nennenswerten Ergebnissen aufweisen. Die Volta A Catalunya, die er 2004 sehr eindrucksvoll gewinnen konnte, beendete er als Sechster.
Der Madrilene offenbarte Stärken bei den Klassikern. Den fünften Platz beim Amstel Gold Race und den siebten Rang bei Lüttich-Bastogne-Lüttich kann er hierfür als Beleg vorweisen. Gute Gesamtresultate bei Rundfahrten gelangen ihm zwar auch, jedoch führten sie zu keinen weiteren Punkten (16. Tour de Romandie, 19. Baskenland-Rundfahrt). Dafür schaffte er bei der 5. Etappe der Vuelta einen zweiten Platz und bei der 16. Etappe den dritten Platz.
Auf das Podium bei einem Event der Pro Tour schaffte es keiner weiterer Einzelfahrer. Allerdings gab es dennoch in einem Wettbewerb der Pro Tour einen zweiten Platz zu feiern. Die Herren Landis, Pereiro, Jose Gutierrez, Bert Grabsch, Nicolas Jalabert und Robert Hunter bildeten die Equipe, die beim Mannschaftszeitfahren (MZF) in Eindhoven den 2. Rang gemeinsam erstritten. Bei der Volta A Catalunya gab es ebenso einen entsprechenden Wettbewerb, den das Team mit mehr Fortune bestritt. Der Sieg wurde in der Konstellation Landis, Perdiguero, Gonzalez, Jalabert, Hunter, Martin Elmiger sowie Botero erzielt. Beim MZF der Tour de France konnte das Team nicht an diese Plätze heranreichen, dort schaffte man den 5. Platz.
Pro-Tour Rest
Die Ergebnisse der Rundfahrten sind hinreichend aufgeführt worden. Lediglich einige Tagesplatzierungen mit Punktgewinn bei GTs fehlen noch. Gonzalez belegte den zweiten Rang bei der 17. Vuelta-Etappe. Mit der identische Platzierung beendete der Schweizer Elmiger im Ziel die 19. Etappe. Sein Landmann Aurélien Clerc ersprintete sich bei der neunten Giro-Etappe einen dritten Platz.
Beide Helvetier sollten im Rahmen der Klassiker ebenfalls zu Pro Tour Punkten kommen. Elmiger war hierbei der erfolgreichere. Er glänzte mit dem sechsten Platz bei den HEW-Cyclassics und schob später noch einen achten Platz bei der Lombardei-Rundfahrt nach. Clerc sollte als Sprinter bei Paris-Tours in Erscheinung treten. Auch wenn dort schon einige prominente Fahrer fehlten, mehr als der sechste Platz kam dabei nicht heraus. Zur Spitze der Sprinter fehlt dem Schweizer doch noch einiges. Beiden fanden sich in der Pro Tour Wertung wieder. Elmiger wurde 90., Clerc 117. und ihr Landsmann Moos beanspruchte den 97. Rang.
Bei Paris-Tours gab ein anderer Slowene des Teams, Uros Murn, in den Top Ten sein Stelldichein. Er strich den neunten Rang und somit drei Pro Tour Punkte ein, die ihn auf den 147. Platz leiteten. Dahinter auf dem 164. Rang befindet sich neben Gonzalez auch der einzige Deutsche des Teams, Bert Grabsch. Ihm gelang in seiner Heimat bei den HEW-Cyclassics der zehnte Platz, weshalb er einen Punkt ergatterte.
Phonak schrieb in der vergangenen Saison das Wort Kollektiv groß. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Phonak in der Teamwertung der Pro Tour auf dem zweiten Platz geführt wird. Besonders viele gute Platzierungen im Vorderfeld wie bei der Tour de Romandie (dort gewann man die Teamwertung), dem Mannschaftszeitfahren in Eindhoven, Volta A Catalunya, Dauphine Libere, Tour de Suisse, Paris Tours und dem Amstel Gold Race ermöglichten dieses Resultat. In der Addition aller Punkte der Fahrer hingegen sprang nur der neunte Platz heraus.
Outside Pro Tour
Manchen Namen vermisst man in der Auflistung bzw. man hätte den einen oder anderen Fahrer präsenter in den Rennen vermutet. Robert Hunter kam so richtig in der Pro Tour nicht in die Gänge. Lediglich ein zweiter Platz bei einer Dauphine Libere-Etappe steht zu Buche.
Dabei war der Südafrikaner nicht unerfolgreich. Zu Beginn des Jahres machte er durch Siege auf sich aufmerksam und Appetit auf mehr: Sieg bei der Doha International GP (1.1) sowie je ein Etappensieg bei der Setmana Catalana (2.HC), Mittelmeer-Rundfahrt (2.1) und Tour of Georgia (2.1). Bei der zuletzt genannten Rundfahrt siegte Landis bei einer Etappe und wurde Gesamtdritter. Uros Murn sicherte sich im Rahmen der Setmana Catalana ebenso einen Etappensieg.
Alexandre Moos, ein recht versierter Schweizer Fahrer, der auch in den Bergen mehrfach Konkurrenzfähigkeit bewiesen hat, siegte beim GP Kanton-Aargau (1.1) – übrigens vor Jan Ullrich. Allerdings blieb er m.E. etwas hinter den Saisonerwartungen.
Auch der Deutsche Grabsch sorgte für positive Schlagzeilen. Nahe seiner Heimatstadt siegte er beim Rennen „Rund um die Hainleite – Erfurt“ (1.1). Meist hatte er Aufgaben im Team zu erfüllen, so dass er nur selten auf eigene Rechnung fahren konnte. Umso schöner, dass ihm dann ein solcher Erfolg gelang.
Einen weiteren Etappensieg gibt es auch noch zu würdigen. Der Sprinter Guidi schaffte diesen bei der Internationalen Österreich-Rundfahrt (2.1), wo dem Nachwuchsfahrer Johann Tschopp ein beeindruckender zweiter Gesamtplatz gelang.
Leider nicht mit den Lorbeeren eines Sieges ausgezeichnet wurde Gregory Rast, der zumindest einen zweiten Etappenplatz bei der Tour de Suisse davon trug. Bei der WM belegte er auf der Straße den 14. Rang. Landesmeisterehren wurden ihm auch nicht zu teil. Er musste dort seinem Teamkollegen Elmiger den Vortritt lassen, der zwei Tage zuvor beim Zeitfahren sich nur Fabian Cancellara geschlagen geben musste.
Tops und Flops
Die Gewinner des Teams sind
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Santiago Botero: Ein weiterer Fahrer der von seinem Weggang von T-Mobile profitierte. Ein Sieg bei der Tour de Romandie, dazu noch ein zweiter Platz bei der Dauphine Libere. Der Mann blühte 2005 wieder auf.
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Oscar Pereiro: Ein Fahrer mit einer unglaublichen Energie. Mehrere gute Ergebnisse erzielte er in dieser Saison. Sein ständiges Aufbäumen wird in Erinnerung bleiben. Zudem gelang ihm der erste Etappensieg des Teams bei der Tour de France überhaupt.
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Martin Elmiger: Der Schweizer wartete mit einigen guten Ergebnissen auf. Besonders bei den Klassikern schein er spezielle Stärken entwickelt zu haben.
Diese Fahrer enttäuschten
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Santos Gonzalez: Manche lernen es nie. Offensichtlich reicht der Glaube an die eigene Leistung nicht aus.
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Robert Hunter: Ihm blieb in den Entscheidungen bei den prestigeträchtigen Rennen meist nur das Nachsehen. Keine Punkte in der Pro Tour, das hat schon etwas verwundert.
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Jose Enrique Gutierrez: Der Spanier trat diese Saison kaum in Erscheinung. Nichts zu sehen vom letztjährigen Etappengewinner bei der Vuelta.
Ausblick auf 2006
Ob und wie es mit dem Team 2007 weitergeht, ist noch nicht geklärt. Es scheint aber als sicher zu gelten, dass Phonak als Sponsor nach der kommenden Saison aussteigen wird. Ob man im Team an eine Fortsetzung glaubt, lässt sich nicht erkennen. Anscheinend überwiegen die Zweifel. So sind die Zugänge im Vergleich zu den Vorjahren weniger namhaft – wenn man mal nur den Namen Merckx außen vorlässt. Dafür hat das Team einige schwerwiegende Abgänge zu verkraften.
Als ein weiteres Indiz für die Auflösung zum Saisonende kann gewertet werden, dass den drei Topfahrern des Rennstalls trotz laufender Verträge die Freigabe in Aussicht gestellt und gewährt wurde. Während sich Botero und Landis für den Verbleib entschieden, nahm Pereiro die Option wahr und verließ das Team in Richtung spanische Heimat.
Der Vertrag von Valjavec hingegen wurde von der Teamleitung nicht verlängert, so dass der Slowene sich einen neuen Arbeitgeber suchen musste. Die anderen Abgänge stellen keine erkennbaren Schwächungen des Teams dar.
Die neu verpflichteten Fahrer sind offensichtlich eher als Ergänzungen gedacht. Ambitionen auf vordere GT-Platzierungen wird von denen keiner anmelden, selbst wenn Koos Moerenhout immerhin in die Top Twenty der Vuelta gelangte. Phonak wird auch 2006 schlagkräftige Delegationen zu den GTs entsenden können, wenngleich diese auf dem Papier nicht so stark aussehen wie in dieser Saison. Unklar dürfte im Moment sein, wer den Giro als Leader bestreiten wird. Vielleicht soll diese Rolle von Moos übernommen werden. Interessant wird zudem sein, ob Botero endlich mal wieder bei einer GT unter die besten Zehn kommen kann.
Die Klassikerfraktion erfuhr keine spürbare Verstärkung. Phonak wird wohl auch 2006 bei den Frühjahrsrennen im März nur eine Mitläuferfunktion erfüllen. Vielleicht gelingt Rast dort eine bessere Platzierung. Etwas verwundert es schon, dass es offensichtlich keine Anstrengungen gab, Fabian Cancellara zu verpflichten, der z.B. bei Paris-Roubaix Ambitionen hat. Von der Finanzkraft her hätte ein solcher Transfer eigentlich locker gestemmt werden können. Also muss man auch von dieser Personalie auf die Gesamtsituation abstrahieren, dass das Team nach der kommenden Saison die Pforten schließt.
Aufgrund des Potentials des Teams wäre eine Liquidation bedauerlich, allerdings kann man verstehen, dass der Sponsor aufgrund mehrerer Dopingfälle der Vergangenheit die Lust zum Engagement verloren hat. Es bliebe gerade ihm zu wünschen, dass 2006 kein Dopingfall im Team für Aufsehen sorgen wird.
Zur Teamseite:
http://www.cycling4fans.de/?id=1789